Maja Sommerhalder

«Ich mache mir grosse Sorgen», sagt Yahya Hassan Bajwa (49). Dabei sollte der gestrige Tag für ihn eigentlich ein Grund zur Freude sein. Denn der grüne Politiker aus Baden durfte am Dienstag zum ersten Mal im Grossen Rat abstimmen.

Er tritt die Nachfolge von Jonas Fricker an. «Mich beschäftigt die Flutkatastrophe von Pakistan. Wenn ich die Bilder sehe, kommen mir die Tränen.» Nicht verwunderlich, denn der Dozent für interkulturelle Kommunikation ist in diesem Land geboren, seit er ein kleines Kind ist, lebt er in der Schweiz.

Mit seiner alten Heimat ist der erste pakistanischstämmige Grossrat bis heute eng verbunden. Seit 2004 hilft er mit seinem gemeinnützigen Verein LivingEducation vor Ort.

Die Flut hat sein Internat nicht verschont

«Wir haben ein Internat für mittellose Mädchen und ein Menschenrechtsbüro bei Islamabad aufgebaut», so Bajwa. Die Flut hat auch die Institution nicht verschont: «Beim Mädcheninternat stürzten eine Grenzmauer und zwei Lehmhäuser ein. Zudem steht der Keller des Menschenrechtsbüros unter Wasser.»

Man sei aber vergleichsweise glimpflich davongekommen: «Viel schlimmer ist, dass viele unserer Schülerinnen aus den überfluteten Gebieten stammen. Wir hoffen, dass es ihnen gut geht», so Bajwa.

Deshalb reisen seine Mitarbeiter in ein Gebiet, das stark von der Überschwemmung betroffen ist: «Wir müssen rausfinden, was die Menschen dort brauchen. Zudem hätten viele Flutopfer in den Räumen des Mädcheninternats Unterschlupf gefunden. In einem Monat will Bajwa nach Pakistan reisen und bei den Aufbauarbeiten helfen. Dafür brauche es aber Geld: «Ich verspreche, dass unsere Organisation jeden gespendeten Franken vor Ort einsetzt.»

Living Education nimmt Spenden unter PC-60-223344-6 mit Vermerk «Flutopfer 2010» entgegen.

Mehr: www.Livingeducation.org