Fahrhof Wohlen
Wir bauen keine Raserpiste»: Diskussionen um die geplante Schulungsanlage des Fahrhofs Wohlen

Lärm und Abgase werde die neue Autopiste des Wohler Fahrhofs bringen, befürchten Schrebergarten-Besitzer. Fahrhof-Leiter Rolf Veil erklärt: «Wir erstellen einen Lärmschutz, und die Schulungskurse werden tagsüber durchgeführt.»

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Aargauer Zeitung

Fabian Hägler
Das Wort «Fahrpiste» hört Rolf Veil nicht gern. «Das weckt rasch Assoziationen an Autorennen, Formel 1 oder Raserei», sagt der Geschäftsleiter des Fahrhofs in Wohlen. Er betont: «Wir planen im Wilermoos eine Schulungsanlage, dort werden Kurse für Neulenker im Rahmen der obligatorischen Zweiphasenausbildung durchgeführt.»

Maximal 24 Teilnehmer in zwei Gruppen würden täglich ausgebildet, «die Kurse dauern von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends», erklärt Veil. Die Hälfte dieser Zeit verbringen die Neulenker im Theorieraum, die andere Hälfte auf der Fahrpiste. Dort absolvieren sie unter anderem Übungen zu den Themen Bremsweg, Kurvenfahren oder Abstand halten.

Lärm hält sich in Grenzen
Rolf Veil räumt ein, dass bei den praktischen Kursteilen eine gewisse Lärmbelastung entsteht. «Messungen bei unserer bestehenden Anlage auf dem ehemaligen Parkplatz bei der Montana AG in Villmergen zeigen jedoch, dass dieser Lärm in 50 m Entfernung im normalen Umgebungslärm untergeht», sagt Veil.

Dennoch hat er Verständnis für die Befürchtungen einiger Anwohner. «Ich begreife, dass die Leute in den Schrebergärten Angst haben vor zusätzlichem Lärm», sagt der Geschäftsleiter des Fahrhofs. Er weist aber darauf hin, dass entlang der Schrebergärten ein Lärm- und Sichtschutz geplant sei. Zudem hält er fest: «Unsere Kurse sind nicht zu vergleichen mit dem Verkehrssicherheitszentrum Veltheim.» Dort werde die Reaktion auf kritische Situationen trainiert. «Bei uns geht es darum, dass Autofahrer gar nicht erst in solche Lagen kommen», erklärt er den Unterschied.

Veil ist sich im Klaren, dass vonseiten des Fahrhofs noch viel Aufklärungsarbeit gefragt sein wird. «Zuerst müssen wir den Entscheid der Ortsbürger vom
7. September abwarten», blickt er voraus. Sagt die ausserordentliche Gemeindeversammlung Ja zum Landgeschäft, erhält der Fahrhof Wohlen das Areal von rund 12 000 Quadratmetern für 50 Jahre im Baurecht.

Rolf Veil hofft, nach einem positiven Entscheid der Ortsbürger rasch das Baugesuch einreichen zu können. «Dann werden wir auch gerne die Bevölkerung umfassend über unser Projekt informieren», verspricht er.

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