«Wir Alten haben die Aufgabe, den Jungen Mut machen»

Pater Albert Ziegler hielt in Geroldswil die 1.-August-Rede

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Aargauer Zeitung

«Der Mensch findet sich in der weiten Welt nur zurecht, wenn er bei irgendwem daheim ist», sagte Pater Albert Ziegler in Geroldswil. Die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft im Festzelt im Werd war ihm dank einer geschickten Mischung zwischen ernsthaften Gedanken und humoristischen Einschüben nach kurzer Zeit sicher.

Ein Revival der Heimat

Pater Albert Ziegler verfolgte den Gedanken, dass die Realität gewordene Globalisierung mit einer Rückbesinnung auf das Lokale einhergehe. «Heimat» erlebe aktuell eine Renaissance. Im Leben eines Menschen entwickle sich der Aufenthaltsort zum Wohnort. Er solle dann aber auch zur Wohngemeinde werden, in der man sich auch um die Mitbürger kümmere. Und schliesslich könne die Wohngemeinde zur Heimatgemeinde werden. Heimat ist für Ziegler eine persönliche Aufgabe. Er appellierte an die Eltern, die daheim die Regeln des Vaterhauses und die Muttersprache vermittelten. Die Rolle der Eltern und der Älteren erkärte Ziegler an einem Beispiel: In einem Zoo habe der älteste Affe jeden Morgen den Wärtern zugepfiffen. Als der älteste Affe starb, verstummte das Pfeifen aber nicht: Fortan pfiffen die jungen Affen. Sie konnten es schon längst, durften abernicht. In diesem Sinne appellierte Ziegler an die «alten Affen»: «Wir haben die Aufgabe, den jungen Affen Mut zu machen.» Denn: «Auch in Geroldswil gibt es ein paar junge Affen, die Pfeifen können - und nicht nur Schachtdeckel herausheben.» (ske)