Winter hat Europa im Griff

Der Flughafen Genf-Cointrin musste gestern für sechs Stunden gesperrt werden.

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Winter hat Europa im Griff

Winter hat Europa im Griff

Eisige Temperaturen und teils starke Schneefälle haben die Schweiz am Wochenende weiterhin fest im Griff gehalten. Der Flughafen Genf-Cointrin wurde am Sonntag für sechs Stunden gesperrt, auf den Strassen kam es zu zahlreichen Rutschpartien. Zwei Personen kamen nach Schwächeanfällen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Mit Ausnahme des Tessins lagen die Temperaturen auch am Sonntag praktisch überall unter Null. Im Mittelland wurden verbreitet zwischen minus drei und minus vier Grad gemessen, in der Nacht von Samstag auf Sonntag sank die Quecksilbersäule an einzelnen Orten im Raum Bern und Solothurn sowie am Neuenburgersee gegen minus zwölf Grad. Im Schnitt lagen die Nachttemperaturen jedoch bei fünf bis sieben Grad unter null, wie ein Mitarbeiter von MeteoSchweiz sagte. Grosse Probleme verzeichnete am Sonntagmorgen der Flughafen Genf-Cointrin. Hier musste der Betrieb von 6 Uhr bis zum Mittag wegen grosser Schneemengen auf den Pisten eingestellt werden. Mehr als 70 Flüge konnten nicht flugplanmässig abgewickelt werden; rund 15 Flüge wurden definitiv gestrichen, wie Flughafensprecher Bertrand Stämpfli sagte. Auf den Pisten lagen vorübergehend rund zehn Zentimeter Schnee. Dies entspricht einer Gesamtschneemenge von Tausenden von Kubikmetern, wie Stämpfli sagte. Letztmals herrschten auf dem Genfer Flughafen vor 25 Jahren ähnliche Verhältnisse.

Chaos in ganz Europa

Auch europaweit wurde der Flugverkehr stark beeinträchtigt. Allein in Frankfurt fielen am Wochenende mehr als 300 Flüge aus. In Nürnberg kam in der Nacht zum Samstag eine Maschine der Air Berlin vom Rollfeld ab und blieb im Schnee stecken, verletzt wurde niemand. Auch in Irland, Grossbritannien und Frankreich mussten Flughäfen zeitweise schliessen oder wurden reihenweise Verbindungen storniert. In Grossbritannien starben bei der längsten Kälteperiode seit Jahrzehnten mindestens 26 Menschen. In Südpolen waren 80000 Menschen, in Frankreich rund 2400 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.

In Deutschland brachten heftiger Schneefall sowie Sturm- und Orkanböen auch den Verkehr auf Strasse, Schiene und Wasser vielfach zum Erliegen. Am schlimmsten traf es Mecklenburg-Vorpommern, wo in einem Landkreis Katastrophenalarm ausgerufen wurde. Rund 170 Menschen, darunter Familien mit Kindern, sassen allein auf der Küstenautobahn 20 bei Jarmen in Vorpommern die ganze Nacht zum Sonntag in ihren bis zu den Fensterscheiben eingeschneiten Autos, Lastwagen und einem Bus fest. (ap/dpa)