Windisch sucht den Rotary-Star

In der Aula ist es mucksmäuschenstill geworden. Alle Blicke sind nach vorne gerichtet. Die Jury wartet gespannt darauf, dass die ersten Töne erklingen. 35 junge Musiktalente der Region spielten am Samstag um den Prix Rotary

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Windisch sucht den Rotary-Star

Windisch sucht den Rotary-Star

Tabea Baumgartner

Emma Valentina Graf aus Brugg trägt ihr Cello in die Aula, richtet sich ein. Die 10-Jährige hat vor zwei Jahren bereits einen Förderpreis gewonnen. Doch wird es ihr auch diesmal gelingen? «Die Jury kenne ich schon», sagte Emma am Vorabend. Ob sie nervös sei oder sich freue? «Beides ein bisschen.»

Unterdessen ist es Samstag und Emma fiedelt auf ihrem Cello das «Concertino in F-Dur» von Jean-Babtiste Bréval, als wäre es das Normalste der Welt, ein Konzert zu geben: mit Blickkontakt zur Pianistin, mit Bewegungen im Fluss der Musik. Auch die «Orientale» von César Cui trägt sie gekonnt vor. Nicht zu übersehen, dass Emma fürs Leben gern Cello spielt.

Eltern zittern, Kinder spielen

Nebst Emma, welche in der jüngeren Streicherkategorie spielte, traten am Prix Rotary 35 talentierte Musikschüler aus den Bezirken Brugg, Frick und Zurzach an. Streicher und Gitarristen zwischen 8 und 17 Jahren durften ihre Solostücke präsentieren. Des Weiteren spielten elf Duos. Nervosität, Lampenfieber, bibbernde Eltern und Lehrpersonen prägten die Stimmung am Samstagnachmittag im Chapfschulhaus in Windisch. Jedes Jahr wird der Förderungswettbewerb von den Rotary Clubs organisiert. Sie möchten junge Musiker anspornen sowie talentierte Kinder unterstützen. Emma hat aufgrund der Empfehlung ihres Instrumentallehrers am Wettbewerb teilgenommen. Sie ist nach dem Vorspiel zufrieden: «Es ist gut gegangen. Am Anfang waren meine Hände ganz kalt, weil ich aufgeregt war, und das hasse ich.» Nach kurzem Nachdenken meint sie etwas verunsichert: «Ich habe ganz vergessen, dass ich mich mit der Musik bewegen sollte.» Sie hat den anderen gut zugehört: «Andrea mit der Geige hat super gespielt. Und ich denke, Sophie wird den Förderpreis gewinnen.»

Mit fünf Jahren angefangen

Emma wusste schon früh, dass sie Cello spielen will. «Als ich drei Jahre alt war, spielte meine Cou-Cousine am Geburtstagsfest der Grossmutter mit dem Cello vor. Von da an wusste ich, welches Instrument ich lernen möchte.» Später sei sie immer zum Nachbarmädchen gegangen und wollte deren Cello ausprobieren. Dieses erinnert sich: «An der Instrumentenvorstellung der Musikschule kam Emma ins Cellozimmer und blieb dort den ganzen Tag.» Im Alter von fünf Jahren hat Emma zum ersten Mal Unterricht erhalten. Inzwischen übt sie fast jeden Tag eine Stunde lang, besonders in der Zeit vor einem Wettbewerb: «Im letzten Monat war es schon anstrengend, weil ich nur einmal mit jemandem abmachen konnte. Sonst habe ich für die Schule gearbeitet oder geübt.» Sie spielt seit Anfang Jahr im Siggenthaler Jugendorchester.

Erst gegen Abend wurden die Resultate des Prix Rotary bekannt gegeben. Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Brugg konnten insgesamt 8 der 13 vergebenen Preis für sich gewinnen. Die Freude ist riesig: «Ich habe in meiner Kategorie den ersten Preis gewonnen!», teilt Emma mit. Zur Feier des Tages durfte sie mit ihrer Familie ins Restaurant essen gehen. Besonders erfolgreich war die Gitarristin Céline Karch der Musikschule Brugg: Sie gewann sowohl in der Kategorie «Duo» wie auch «Gitarre solo» einen ersten Preis.

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