Burry the Jumbo

Wieder steckt «Bleifrei» dahinter

Schmierfink, Künstler oder Tierfreund?

Schmierfink, Künstler oder Tierfreund?

Hinter den Katzen-Graffiti in Aarau steckt das Atelier Bleifrei, das kürzlich im Rahmen einer Kunstaktion eine Heckflosse durch Aarau zog. Die Sprüh-Bilder sind Teil deiner Werbekampagne für einen Energydrink.

Sabine Kuster

Sie veranstalten Partys und zogen eine Jumboheckflosse durch Aarau. Auch die aufgesprayten weissen Katzen an Wänden und auf dem Boden sind dem Atelier Bleifrei zuzuschreiben. Die Künstlergemeinschaft von der Buchserstrasse machte so aufmerksam auf eine Party, die sie am 24. Juli innert 24 Stunden organisierte, um damit 2000 Franken von Coca-Cola zu gewinnen.

Aktion einer Zürcher Kommunikationsagentur

Die Zürcher Kommunikations-Agentur FS Parker startete die Aktion, um den Coca-Cola Energydrink Burn bekannt zu machen. Auch die Katze ist ihre Kreation. Die Agentur wählte das Atelier Bleifrei aus insgesamt drei Bewerbern aus. Eine Video-Firma begleitete die Künstler und schnitt einen Film über die Vorbereitungen. Laut Tizian Baldinger vom Atelier Bleifrei verwendeten sie die 2000 Franken für Bands, DJs und Dekorationsmaterial.

Sie seien nicht in einen Gewissenskonflikt geraten, weil sie damit Werbung für ein Produkt machten, sagt Tizian Baldinger. «Wir haben nichts gegen Coca-Cola.» Wichtiger ist für die Künstler, die Aktionen ohne staatliches Geld realisieren zu können. Vor allem aber wollen sie zeigen, was möglich ist: «Unser Ziel ist, andere zu motivieren, ihren Sofasessel zu verlassen und selbst aktiv zu werden», sagt Baldinger.

SBB erwägen Anzeige

Inzwischen sind von den weissen Katzen nur noch wenige zu sehen. Dies, weil sie mit einem Kreide-Spray angebracht wurden, der wasserlöslich ist. Eine der letzten Katzen prangt an einer Mauer des neuen Bahnhofs. Die SBB sind trotz Wasserlöslichkeit verärgert: «Graffiti zu entfernen, ist ein Mehraufwand, unabhängig von deren Farbzusammensetzung», sagt SBB-Mediensprecher Roman Marti. Er fordert die Urheber dazu auf, sich bei den SBB zu melden und die Unkosten zu begleichen. «Andernfalls behalten wir uns eine Anzeige vor», so Marti.

Die Reaktion der SBB findet Tizian Baldinger «kleinlich». «Bei keiner unserer Aktionen wollen wir irgendwem schaden», sagt er. Momentan weile er zwar gerade in Frankreich, aber spätestens am Samstagmorgen werde er die Katze eigenhändig abwaschen. Mit der Polizei kriegte Baldinger wegen der Kreidekatzen keine Probleme. Sie wies ihn lediglich darauf hin, dass er die Aktion vorher hätte bewilligen lassen müssen.

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