Zuerst die schlechten Nachrichten: Am Freitag geht es mit dem Wetter noch weiter bergab. Die Wolken dominieren, es kühl deutlich ab und fast in der ganzen Schweiz regnet es.

Die Regenradar-Prognose ist nicht wirklich verheissungsvoll fürs Wochenende. Wir müssen also stark sein die nächsten Tage: Durchhalten und sich mit dem Wetter abfinden.

Oder aber, wir machen es wie der schottische Patient aus dem Video oben: Wir flüchten in eine Traumwelt. 

Die Szene stammt aus einer BBC-Doku-Serie über Glasgows ältestes Krankenhaus und dessen Umzug in ein neues «Superkrankenhaus» namens «Queen Elizabeth University Hospital».

Patient Niel ist heiter, aufgedreht und laut: «Wuhuhuuuuuuuuu!» Dabei wurde der Schotte mit gebrochenem Knöchel zur Behandlung ins Spital eingeliefert.

Zeitsprung zurück: Er habe wieder mit Skateboarden angefangen, erklärt Neil vor der Behandlung ganz nüchtern und trocken. Bei einem Sturz auf den Beton zog er sich jedoch mehrere Knochenbrüche im rechten Knöchel zu.

Gelassen nimmt er die Information vom Arzt an: Sein Fussgelenk müsse operiert werden, so der Arzt, aber zuerst müssten die gebrochenen Knochen wieder in die richtige Position gebracht werden. «Das solle eigentlich recht schnell gehen, Sie brauchen bloss ein gutes Schmerzmittel.»

Im Rausch in einer Traumwelt

Dem Patient wird Ketamin verabreicht, ein Medikament das eine dissoziative Anästhesie auslöst, und zu Schlaf und Schmerzfreiheit führt. (Ketamin befindet sich auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation WHO)

Die genauen Wirkmechanismen sind nur teilweise bekannt. Tatsächlich kann Ketamin aber auch als also halluzinogene psychotrope Substanz wirken respektive verwendet werden – zu Deutsch als Rauschdroge. Es hat dabei eine ähnliche Wirkung wie Lachgas.

Und eben solch einen interessanten, doch eher aussergewöhnlichen Effekt hatte das Schmerzmittel bei dem schottischen Patienten. «Yeeeehaaaa, ooooh yeah! I’m the maaaaaaan!», jauchzt und ruft er: «Excellent, wooooooooooooh!»

Das medizinischen Prozedere bekommt er gar nicht mit. Als ihm eine Ärztin letztlich darauf hinweis, der Gips sei nun dran, sagt er bloss: «Was?! Schon?». Danach folgt noch ein unverständliches Gebrabbel über Skaten und Schlangen.

Der Arzt kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: «Ich glaube, es gefiel ihm. Aber seine Reaktion war vermutlich etwas atypisch, aber es war dennoch eine positive Reaktion.»

Erinnerung an Youtube-Klassiker

Die Szene erinnert etwas an einen Youtube-Hit von 2009, der inzwischen schon über 135 Millionen Mal angeschaut wurde. Damals filmte ein Vater in den USA seinen achtjährigen Sohn David nach einem Zahnarztbesuch. In den Vereinigten Staaten ist es üblich, dass für Betäubungen beim Zahnarzt Lachgas verwendet wird – ebenfalls ein Dissoziativum. 

Der siebenjährige David nach dem Zahnarztbesuch: "Ich habe... zwei... Finger»

Aufnahme: 2008. Für Betäubungen beim Zahnarzt kommt es in den USA in der Regel zur Lachgas-Anwendung.

Auch bei der Anwendung von Lachgas bleibt der Patient bei Bewusstsein, somit ist von einer Sedierung nicht einer Narkose zu sprechen. Viele Patienten beschreiben ihren Zustand mit «Schweben». Das spezielle: Die Sedierung und der Rausch lassen sich jederzeit stoppen, in dem man dem Patienten reinen Sauerstoff atmen lässt.

Haben wir nicht nötig

Aber nochmals zurück zum Wetter: Wir brauchen zum Glück weder Ketamin noch Lachgas, sondern lediglich etwas Geduld und Durchhaltewille. Spätestens am Sonntag über nimmt die Sonne wieder das Kommando – schauen Sie: