Publifhon
Wieder mit Münzen füttern

André Portner aus Lengnau hat bei der Entwicklung der jüngsten Publifongeneration von Swisscom mitgearbeitet. Dank der neuen Technik liegt öffentliches Telefonieren im Trend.

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Publifon

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Grenchner Tagblatt

Edi Gubler

Das Publifon ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Nischenprodukt der Swisscom. Es wird täglich von über 200 000 Kundinnen und Kunden genutzt, die ausschliesslich im Voraus bezahlen. Die öffentlichen Telefonzellen - oder eben jetzt die Publifone - sind seit mehr als 100 Jahren ein in der ganzen Schweiz sichtbarer Imageträger.

Die einstige Telefonstation hat eine schwierige Phase durchgemacht und einige Umgestaltungen überlebt. Die Swisscom hat auf den Vormarsch der Mobiltelefonie reagiert. Nicht nur optisch, sondern vor allem technisch wurden die Telefonstationen einer Modernisierung unterzogen. Das reine Taxcard-System kam beim Publikum nicht gut an. Die Kunden wollten mit Münzen bezahlen, und zwar in Schweizer Währung oder in Euros.

Sie schlucken wieder Hartgeld

Nun sind die neuen Telefonstationen oder eben die Publifone in ansprechendem Design in Betrieb. Hergestellt werden die Apparate im Auftrag der Swisscom in der Turiner Firma Urmet. Der in Lengnau wohnhafte André Portner, Techniker TS und Product Manager von Swisscom, war in Zusammenarbeit mit der italienischen Firma für die Entwicklung und Perfektionierung der neuen Technik verantwortlich.

Jetzt können wieder Münzen in beiden Währungen eingeworfen werden, nur viel sicherer als früher. Mit der neuen Payphone-Generation ist dem Lengnauer ein grosser Wurf gelungen. Die heutigen Publifone sind nicht nur bei den Kunden gut angekommen.

Mit den neuen Apparaten konnten auch die Betriebskosten namhaft gesenkt werden: Für die Swisscom fällt in diesem Segment pro Jahr ein zweistelliger Millionengewinn an. Nicht nur dies. Die neuen Stationen sind mit ihrem Aussehen und der neuen Technik zu einem augenfälligen Werbeträger für Swisscom geworden.

In jeder Gemeinde ein Publifon

Öffentliche Telefonie auf Erfolgskurs: Das war nicht immer so. Das Handy hat den Sprechstellen zeitweise arg zugesetzt. Sie waren vom Untergang bedroht und wurden beinahe totgesagt.

Früher standen die markanten Telefonkabinen an jeder Ecke - als Symbol für die sekundenschnelle und weltweit anwendbare Kommunikationsmöglichkeit für jedermann. Dann wurde restrukturiert, umgebaut und umgemalt. Auch der Name Telefonkabine musste durch ein modernes Wort ersetzt werden. Heute verbinden einen 8500 Publifone mit der ganzen Welt. In den meisten Schweizer Gemeinden steht mindestens eines davon - die Grundversorgung schreibt dies vor.
Die Telefonapparate werden häufig von Touristen oder in der Not von Nutzern von Handys mit leeren Akkus benützt. 16 000 Schweizer Unternehmungen stellen ihren Kunden und Mitarbeitenden ein gemietetes Publifon zur Verfügung.

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