Wie sicher sind die Aargauer Mega-Events?

Die Massenpanik an der Loveparade in Duisburg macht Angst. «Man muss sich der Risiken bewusst sein», sagt Christoph Bill, Festivalleiter vom «Heitere».

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Wie sicher sind die Aargauer Mega-Events?

Wie sicher sind die Aargauer Mega-Events?

Corinne Rufli

Starkes Gedränge kann eine Massenpanik auslösen und zu unkontrollierter Angst und Fluchtbewegungen führen. An Musikfestivals wie dem Argovia- Fäscht im Birrfeld oder dem im August stattfindenden Heitere Open Air in Zofingen stehen Tausende Leute dicht gedrängt auf engem Raum. Wie gross ist die Gefahr von Panik, wie sie in Duisburg an der Loveparade ausgebrochen ist?

Äste könnten runterfallen

«Das Gelände auf dem Heitere ist ganz anders als das in Duisburg», erklärt Christoph Bill, Festivalleiter des «Heitere». «Es ist rundherum offen. Wir können die Zäune an verschiedenen Orten öffnen, sollte etwas passieren.» Die einzige Gefahr sieht Bill bei den Bäumen auf dem Heitere-Gelände: «Die sind bis zu 250-jährig. Bei einer starken Windböe könnte ein Ast runterfallen.»

Wichtig sei, nicht hektisch zu reagieren bei einem Vorfall. Ein Konzert solle man nicht plötzlich unterbrechen. Angst vor einer Panik habe er keine. Trotzdem gesteht Christoph Bill ein: «Es braucht wenig, bis eine Panik aufkommt.» Man müsse sich bewusst sein, dass es mit so vielen Menschen an einem Ort Risiken gebe. Die Szenarien könne man im Vornherein nicht genau durchplanen.

«Das Notfallkonzept ist mit der Polizei und der Feuerwehr abgestimmt», so Bill. Vor Ort stehen Ärzte, Rettungssanitäter und Samariter bereit. Bisher sei aber zum Glück noch nie etwas Gravierendes passiert. Die häufigsten Verletzungen seien Schnittwunden, Insektenstiche oder verstauchte Füsse.

Sicherheitsaufwand lohnt sich

Am Argovia-Fäscht letzten Juni kamen am Samstag 55000 Menschen ins Birrfeld. «Das Sicherheits- und Sanitätskonzept nimmt einen Drittel des Budgets ein», sagt Marco Kugel, Gesamtverantwortlicher des Argovia- Fäschts. «Wir versuchen, das Festivalgelände so einzuteilen, dass man sich gut bewegen kann. Nächstes Jahr wollen wir den Kontrollbereich am Eingang verbessern», sagt Kugel.

Kugel ist erschrocken über den traurigen Ausgang der Love- parade. «Das ruft einem aber in Erinnerung, dass sich der Aufwand für die Sicherheit lohnt.»

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