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Widerstand gegen Hallenbad-Sanierung

Nach dem Beschluss der Gemeindeversammlung wird Referendum ergriffen

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Aargauer Zeitung

Daniel von Känel

4,5 Millionen Franken hat die Gemeindeversammlung Sisseln für die Sanierung des Hallenbades genehmigt. Nun regt sich Widerstand gegen diesen Beschluss. Paul Tschopp und «besorgte Stimmbürger», wie er sagt, sind daran, das Referendum zu ergreifen. «Die Unterschriftensammlung hat bereits begonnen», sagt er. Die Sanierung und den Betrieb des Hallenbades sieht er als verfehlte Finanzpolitik. Ein Hallenbad zu Lasten von 600 Haushalten sei nicht sinnvoll. Er wolle deshalb, dass auch an der Urne noch darüber abgestimmt wird.

«Regionale Angelegenheit»

«Das Thema Hallenbad ist eine klar regionale Angelegenheit», äussert sich Tschopp. «Dies bedeutet: Entsprechende Strukturen schaffen, Beteiligungsbereitschaft abklären und Kostenverteilung regeln, Projekt entwickeln, Verträge über die ganze Amortisationszeit abschliessen, erst dann machen Kredite zur Realisierung auch wirklich Sinn.»

Doch beim Referendum wollen es Tschopp und die «besorgten Stimmbürger» nicht belassen. Sie starten auch eine Initiative. Das Hallenbad Sisseln soll laut Initiativtext zum Anfang der Sommer-Schulferien 2010 auf unbestimmte Zeit geschlossen werden.

Als Ersatz sollen Eintritte ins Hallenbad Frick subventioniert werden. «Die Schüler sind ebenfalls auswärts mit benötigten Badeeinheiten einzudecken», heisst es im Initiativtext. Und: «Die Behörden erhalten den Auftrag, die Gemeindebehörden im oberen Fricktal zum Thema eines gemeinsam eigenwirtschaftlich geführten Hallenbadonzepts zusammenzuführen.»

Wasserflächen sind knapp

Die Hallenbäder werden von den Schulen bereits stark genutzt, die Wasserflächen für den Schwimmunterricht sind bereits heute äusserst knapp. Wird ein Hallenbad geschlossen, verschärft sich die Situation. «Ich will niemandem ein Hallenbad wegnehmen», sagt Tschopp auf Anfrage. Aber es müsse eine regionale Lösung geben. «Das stillgelegte Hallenbad wird die Badeinteressen in der Region zutage fördern und eine akzeptable Lösung bringen.»

148 von 182 anwesenden Stimmberechtigten haben an der Gemeindeversammlung vom 19. November dem Kredit über 4,5 Millionen Franken für die Sanierung des Hallenbades zugestimmt.