Youtube
Whoa! Whoa! Whoa! Ein Amerikaner auf Kultur-Reise in der alten Welt – und verliebt in die Schweiz

Klischee 1: Nach Reisen gibt's für die Daheimgebliebenen einen Dia-Abend mit Hunderten Fotos. Klischee 2: Junge US-Amerikaner machen gerne vollgepackte Kultur-Ferien in der geschichtsträchtigen alten Welt Europa (und anderswo) und finden alles «awsome». An beiden Stereotypen ist etwas dran – und genau damit spielt der 27-jährige US-Tourist Nathan Nannenga in seinem Video.

Elia Diehl
Merken
Drucken
Teilen

Kein Eigenlob, aber Europa ist nun mal geschichtsträchtig und strotzt nur so vor Tradition und Kultur. Die Länder der alten Welt sind voller Zeitzeugen der vergangenen Jahrtausenden.

Kein Wunder also, zieht es viele junge US-Amerikaner für «Kultur-Ferien» über den grossen Teich – reicht die heimische Geschichte ja quasi nur noch ein paar Jahrhundert zur Kolonialisierung zurück. (Zeugen für die Frühgeschichte und -kultur Nordamerikas vor der europäischen Expansion sind beinahe komplett verschwunden und verdrängt.)

Den kulturhungrigen US-Touristen sind die meisten wohl schon begegnet und es hat sich ein Bild geformt: Effizienzorientiert grasen die Amis unseren Kontinenten ab – möglichst viele Länder pro verfügbare Reisetage. Rom, Paris, London, Madrid und Prag, die Alpen und der Vesuv. (Obacht: Klischee 1)

Voller Ehrfurcht vor den vielen Zeitzeugen finden sie alles «awesome» – und halten es (wie – seien wir ehrlich – wir alle) auf unendlich vielen Fotos fest. Schliesslich sollen die Daheimgebliebenen auch etwas von der Kultur-Reise haben. (Obacht: Klischee 2)

Die nicht geplanten rund 100 «Whoas»

Einer dieser Reisenden ist der 27-jährige Nathan Nannenga aus dem US-Bundesstaat Utah. Ende August reiste er durch Europa und war begeistert. Dabei entstand das witzige Video (siehe oben) mit allen besuchten Orten: in Italien, Spanien und der Schweiz – La Sagrada Familia, das Kolosseum und die Kappel-Brücke und die Alpen.

Das Ergebnis: Eine Minuten lang «Whoa» in unzähligen Variationen.

Er habe mit dem «albernen Video seinen Freunden und Verwandten stundenlange Foto-Diashows ersparen wollen», sagte Nannenga gegenüber irischen Medien.

Einen wirklichen Plan hatte er aber nicht. «Aber als ich schon ein paar Whoa-Clips hatte, entschied ich, es durchzuziehen und zuhause zusammenzuschneiden.»

Mit dem Video nimmt er irgendwie auch die oben erwähnten Klischees etwas auf die Schippe. So schreibt er auf Youtube zum Video: «Diesem Sommer habe ich eine Reise nach Europa gemacht. Ich habe dieses Video gemacht, um den Leuten zu zeigen, wie kultiviert ich jetzt bin.»

Die Schweiz hat sein Herz gewonnen

Nach Italien sei er wegen der historischen römischen Architektur und Renaissance-Kunst, in Spanien wollte er am La Tomatina Festival in Bunol teilnehmen, sagte der 27-Jährige «und ging ich in die Schweiz, weil ich schon immer die Alpen sehen wollte.»

Die vielen Whoas sagen es: Nannenga war offensichtlich überwältigt von seiner Reise, schließlich heisst sein Youtube-Video auch «Europa ist beeindruckend».

Sein Herz verloren hat er letztlich an die Schweiz: «Es ist so ein schönes Land, dass es fast unwirklich erscheint. Auf den malerischen Zugstrecken war es wie als würde ich durch ein Bilderbuch fahren.»

Whoa! Ist das nicht nett?