WHO fordert erdbeben- und hochwassersichere Spitäler und Schulen

WHO für erdbebensichere Spitäler

WHO für erdbebensichere Spitäler

Bricht bei einer Naturkatastrophe auch das Gesundheitswesen zusammen, sterben mehr Menschen. Diese tödliche Logik möchte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchbrechen. Anlässlich des Weltgesundheitstages fordert sie erdbeben- und hochwassersichere Spitäler.

Die Zahl der Naturkatastrophen nehme laufend zu, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan bei der Vorstellung eines Berichts mit dem Titel "Leben retten" in Genf. Hintergründe seien der Klimawandel sowie die Tatsache, dass mit der zunehmenden Verstädterung immer mehr Menschen in Risikozonen lebten.

Die UNO zählte im vergangenen Jahr 321 Katastrophen mit 235 816 Toten - vier Mal mehr als der Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre. 211 Millionen Menschen waren demnach 2008 von Naturkatastrophen betroffen. Die Kosten bezifferte die WHO auf 181 Milliarden Dollar (rund 205 Mrd. Franken).

Beim Erdbeben in Sichuan am 12. Mai 2008 seien über 11 000 Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Der Wirbelsturm Nargis rund zehn Tage vorher in Burma habe 57 Prozent der Einrichtungen beschädigt - eine von fünf sei ganz zerstört worden.

"In Sichuan hätten viele Leben gerettet werden können, wenn die Gebäude in China - vor allem Schulen und Spitäler - erdbebensicher gebaut worden werden", sagte die Direktorin des UNO-Sekretariates zur internationalen Katastrophen-Prävention, Margareta Wahlstrom. Seit dem Erdbeben der Stärke 8,0 in Sichuan gelten 87 000 Menschen als tot oder vermisst.

Für Spitäler brauche es einen sicheren Standort, eine widerstandsfähige Konstruktion sowie regelmässige Kontrollen der Bausubstanz, forderte WHO-Direktorin Chan. Nur so könnten Spitäler auch im Katastrophenfall funktionieren.

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