Wer von Hamburg nach Rom reist ...

Faszinierende «Postkartenidylle» - Der Niklaus-Thut-Platz mit dem Thutbrunnen, dem Metzgernzunfthaus und dem Rathaus. (Bild: Roland Schöni)

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Faszinierende «Postkartenidylle» - Der Niklaus-Thut-Platz mit dem Thutbrunnen, dem Metzgernzunfthaus und dem Rathaus. (Bild: Roland Schöni)

Wer von Hamburg nach Rom reist, kommt nicht an Zofingen vorbei. An jener Kleinstadt im Schweizer Mittelland, wo gelebte Tradition und gelebte Weltoffenheit keine Widersprüche sind, sondern den Alltag Tag für Tag prägen.

Kurt Blum

Zudem: Wer von Zofingen nach Bern oder Zürich, nach Basel oder Luzern will, ist nie länger als 45 Minuten unterwegs. Das ist Mobilität, wie sie nur Zofingen ermöglicht! Mit den SBB fährt man ab Bahnhof Zofingen nach Bern in 27 Minuten, nach Zürich in 44 Minuten, nach Basel in 33 Minuten und nach Luzern ebenfalls in 33 Minuten.

Gesunde Struktur

Einer der Mittelpunkte allen Geschehens in Zofingen ist die Altstadt, die bestimmt zu den schönsten der Schweiz gerechnet werden darf. Allerdings genügt das blosse Wissen darum, dass diese als «Objekt von nationaler Bedeutung» eingestuft ist, selbstverständlich nicht. Es braucht ein ständiges Bemühen aller, um das immer aktuell bleibende Ziel nie aus den Augen zu verlieren: Die Altstadt muss als lokales und regionales Dienstleistungs-, Einkaufs- und Kulturzentrum, aber auch als Begegnungsort erhalten bleiben und gefördert werden, ohne dass dadurch die Wohnqualität sowie die faszinierende Schönheit und der besondere Charakter des mittelalterlichen Stadtkerns in Schieflage geraten. Die aktuelle Struktur des geschichtsträchtigen Zentrums - das von Jung und Alt im besten Sinne des Wortes geliebt wird - darf als gesund bezeichnet werden. Was jedoch nicht heisst, wie erwähnt, die Hände dürften deshalb getrost in den Schoss gelegt werden.

Demjenigen, der mit offenen Augen durch die Gassen und über die Plätze der Altstadt bummelt, begegnen auf Schritt und Tritt faszinierende Objekte, grosse und kleine, die alle auf ihre Art an die über 800-jährige Vergangenheit erinnern - darunter, als eines der Markenzeichen, 22 fliessende Brunnen. Dank aufgeschlossenem Bürgersinn und klugem Handeln der Behörden, verbunden mit rechtzeitigem Planen, konnte Zofingen seine packende Ausstrahlung bis auf den heutigen Tag unangetastet bewahren. Ohne aber deswegen zu einem verstaubten Raritätenkabinett zu erstarren.

Historisches Cachet erhalten

Die nach einheitlichem Plan gebaute Altstadt stellt sich als unregelmässiges Rechteck von rund 470 Meter Länge und maximaler Breite von 225 Metern dar und ist eine typische Frohburger Anlage. Unter den acht Städten, welche die Frohburger Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts zur Sicherung ihres Territoriums an den Jura- und an den Aareübergängen gegründet haben, ist sie nicht nur die grösste, sondern sie vermochte zudem ihr historisches Cachet am reinsten zu erhalten.

«Wer von Hamburg nach Rom reist . . .» ist die Überschrift dieser Betrachtung. Die Zofingerinnen und Zofinger versuchen immer wieder, eine gute Synthese zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu finden, was nichts anderes heisst, als «Altes und Bewährtes» auch in das Heute und in das Morgen hinüberzunehmen. Wobei natürlich alles «Alte und Bewährte» Gegenstand einer kritischen Überprüfung sein soll und sein muss, denn weder Gestrigkeit noch Utopie sind geeignet, Zeitprobleme zu meistern. Die Bedeutung Zofingens als «Wiggertalmetropole», aber auch als Bezirkshauptort dürfte nur mit fortlaufenden Anstrengungen erhalten werden können. Sofern nicht alles trügt - und in Zofingen trügt selten etwas -, wird man aber auch die Zukunft, die vielversprechend ist, in den Griff bekommen. Der entsprechende Wille ist zweifellos allseits da!

Um Mühlethal vergrössert

Zofingen - auf den 1. Januar 2002 um die im Osten gelegene Gemeinde Mühlethal als Ortsteil erweitert - ist von alters her auch Zentrum der Region Wiggertal, die man im Süden in etwa mit den Luzerner Gemeinden Dagmersellen, Altishofen und Nebikon und im Norden mit dem Nachbarstädtchen Aarburg eingrenzen kann. In der Frohburger Stadt wohnen aktuell rund 11 000 Menschen.

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