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Wenn nur das Wappen nicht wär

Jetzt können im Oberaargau zwei weitere Gemeinden fusionieren. Nach Bettenhausen am Mittwoch hat auch Bollodingen am Freitag zu diesem Schritt Ja gesagt. Die Versammlung genehmigte zudem das Budget und einen Kredit für den Wärmeverbund.

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Solothurner Zeitung

Irmgard Bayard

Die Gemeindeversammlung von Bollodingen ging zügig voran. Nichts deutete auf einen historischen Abend in der Geschichte des kleinen Dorfes hin. Vielleicht weil die Gemeinde bereits heute mit dem grösseren Partner Bettenhausen zusammenarbeitet und sich die Gemeindeverwaltung teilt. «Für unser Dorf ändert sich nicht viel», sagte denn auch Gemeindepräsident Andreas Rhyn zu den 40 anwesenden Stimmberechtigten (21,5 Prozent von 186). «Beide Ortsteile behalten den Namen, die Postleitzahl und die Strassenbezeichnungen.» Und doch gibt es da noch ein kleines Problem, das die Bevölkerung von Bollodingen beschäftigt: «Ich bin der Meinung, wir brauchen kein neues Wappen», meldete sich ein Mann aus der Versammlung. Dies, nachdem der Gemeindepräsident sich für die vielen eingegangenen Wappenvorschläge bedankt hatte, die nun beim Kanton auf ihre heraldische Machbarkeit überprüft würden. «Bettenhausen soll ihres, wir unseres behalten», so der Votant.

Wer wählt die Kommissionen?

Ein weiteres Anliegen, nämlich, dass die neue Wasser- und Wegkommission weiterhin von der Gemeindeversammlung und nicht vom Gemeinderat gewählt wird, nahm Rhyn zuhanden der Projektgruppe «Fusion» entgegen. Danach Schritt der Gemeindepräsident zur Abstimmung: Alle Hände schossen in die Höhe, der Weg für die Fusion ist frei.

Die Gemeinderäte beider Gemeinden werden nun einen Fusionsvertrag und das neue Organisationsreglement ausarbeiten. Nach dem Okay des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) kommen die Dokumente im Juni vor die Gemeindeversammlungen von Bettenhausen und Bollodingen. Die erste gemeinsame Versammlung findet dann im Dezember 2010 statt, der Start der neuen Gemeinde ist auf den 1. Januar 2011 vorgesehen.

Nicht ganz abgehakt war hingegen die Frage nach dem Wappen. In einer Konsultativabstimmung sprachen sich mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten dafür aus, beide Wappen zu behalten und dasjenige von Bettenhausen nur für offizielle Papiere zu benützen.

Anschluss an den Wärmeverbund

Ebenso zügig wie die Fusionsabstimmung gingen die anderen Geschäfte über die Bühne. Das Budget weist bei einem Aufwand vom 715 214 Franken und einem Ertrag von 614 138 Franken einen Verlust von 101 076 Franken auf. Es basiert auf einer gleich bleibenden Steueranlage von 1.64 Einheiten. Das Budget wurde ebenso einstimmig genehmigt wie ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 35 000 Franken für die Heizungssanierung respektive den Anschluss des Gemeindehauses an die Holzschnitzel-Fernheizung des «Wärmeverbund Aebersold».

Drei Jungbürgerinnen und ein Jungbürger erhielten aus den Händen von Gemeinderätin Daniela Strähl den Bürgerbrief. Sie legte ihnen ans Herz, von ihrem Wahl- und Stimmrecht Gebrauch zu machen.

Nach verschiedenen Informationen, unter anderem, dass Bollodingen künftig zum Verwaltungskreis Ober-aargau gehöre, schloss Rhyn die Versammlung um 20.55 Uhr und lud die Stimmberechtigten zum traditionellen Glühwein vor dem Gemeindehaus ein.