Wenn Hund und Besitzer getrennt in die Ferien gehen

Hund Chico und sein Herrchen Guido Galli aus Möhlin sind in den Ferien. Galli in Stockholm, Chico in der Hunde- und Katzenpension Röti in Mumpf.

Drucken
Teilen
Guido Galli und Chico

Guido Galli und Chico

Aargauer Zeitung

Ladina Kunz

Das schon von weitem hörbare Gebell zeigt klar, dies ist die gesuchte Adresse. Die Hunde- und Katzenpension Röti gleich oberhalb des Mumpfer Bahnhofes. Seit gestern hat dort eine neue Hundestimme für eine Woche einen Platz gefunden: der siebenjährige, blonde Terriermischling Chico.

Ohne Berührungsängste rennt der kleine Wildfang auf die Betreuer und Betreuerinnen des Tierheimes zu. Die Freude ist dem «läbige», aber äussert lieben Hund regelrecht auf die Schnauze geschrieben. Herrchen Guido Galli bestätigt den ersten Eindruck dieser Begrüssungsszene: «Chico ist sehr gerne hier, er kennt alle und es geht ihm einfach gut im Röti. Für uns ist dies toll, so können wir beruhigt in die Ferien gehen.»

Chico soll nicht fliegen

Für Guido Galli aus Möhlin geht es für eine Woche nach Stockholm. Doch warum kann der aufgeschlossene Rüde nicht mit nach Schweden? «Wir rei-sen mit dem Flugzeug, und dies wollen wir Chico einfach nicht antun», sagt Galli bestimmt.

Herrchen und Vierbeiner aus Möhlin sind im Tierferienheim bekannte Gesichter, denn schon seit rund 20 Jahren vertraut Galli der Röti-Pension. Seinen Begleiter gibt er manchmal länger als eine Woche in die Pension. Ende August geht Chico sogar für zwei Wochen nach Mumpf in die Ferien. «Für den Hund spielt die Zeitdauer keine Rolle. Wenn ein Tier länger hier ist, braucht es einfach mehr Abwechslung, ansonsten ist Zeit irrelevant», sagt Karl Güntert, Besitzer des Röti. Den Familienbetrieb leitet der diplomierte Tierpfleger zusammen mit seiner Frau Sandra, welche eine Ausbildung zur Tierarztgehilfin gemacht hat. Rund 80 Hunde und 40 Katzen kann die Pension aufnehmen.

Wichtige Impfungen

Nun kontrolliert Karl Güntert den Impfpass, und dessen Daten werden in die Hundekartei eingeschrieben. «Die Impfungen sind sehr wichtig. Ist ein Hund nicht geimpft, können wir diesen nicht in die Pension aufnehmen. Aber bei Chico ist alles in Ordnung.» Dann werden die Kontaktadresse der Feriengänger und der Tierarzt aufgeschrieben, für den Fall, dass etwas passieren würde.

Der schnelle Abschied

Und jetzt ist es so weit, die Abschiedsszene - kurz und schmerzlos. Mit einem «Tschüss Buebi» macht sich Guido Galli auf den Weg in den Urlaub. Chico schaut noch einmal zu seinem Herrchen und wird dann von den Betreuern in den Empfangsraum geführt. Karl Güntert erklärt: «Wenn sich Hund und Herrchen Adieu gesagt haben, dann führen wir den Vierbei-
ner immer weg. So sieht das Tier den Besitzer nicht gehen und wird nicht nervös.» Genauso ist es auch bei Chico. Dass Guido Galli nicht mehr da ist, nimmt er kaum wahr.

Nach einem kurzen Ohren- und Augencheck durch Karl Güntert geht es schon auf den Weg zu seiner Box, begleitet von vielen neuen Gerüchen und Eindrücken. Mit einem lauten Bellen der rund 30 anderen Vierbeiner im Raum wird der blonde Chico begrüsst - schnell ist klar, hier wird es dem Terrier wohl nicht so schnell langweilig. Nun erhält der Gast noch eine weiche Decke und ein Geschirr voll mit frischem Wasser in seine Ferienwohnung. Und natürlich darf auch das Willkommens-Läckerli nicht fehlen. So, nun kann Chicos Ferienwoche beginnen.

Aktuelle Nachrichten