Ostern

Wenn Hühner ihre Eier um die Wette legen

«Hahn im Korb»: Christoph Villigers Biohühner haben jeden Tag Auslauf im Winterstall. (Fabian Muster)

Bio-Hühner

«Hahn im Korb»: Christoph Villigers Biohühner haben jeden Tag Auslauf im Winterstall. (Fabian Muster)

An Ostern sind Eier gefragt wie nie: Damit der Bedarf befriedigt werden kann, hat Biobauer Christoph Villiger aus Auw seine Produktion darauf ausgerichtet.

Fabian Muster

In der Osterzeit stehen besonders die weissen Eier zum Färben hoch im Kurs. Doch das ist laut dem Biobauer und Eierproduzent Christoph Villiger aus Auw nur ein falsches Gerücht: «Bei den Privatkunden mag dies vielleicht so sein. Für die Grossverteiler ist es heute egal, ob sie weisse oder braune Eier erhalten.» Die Deckfarben seien stark genug, um nachher nichts mehr zu sehen.

Ein Ei pro Huhn pro Tag

Damit die Kunden im Supermarkt zu den Ostereiern greifen können, ist gute Planung das A und O. «Wir haben unsere Produktion auf Ostern ausgerichtet», sagt Landwirt Villiger. Die Legehennen seien nun bei einer Leistung von 95 Prozent angelangt. Auch die Lager der Zwischenverteiler wie der Ei AG in Sursee sind voll.

Villiger produziert mit seinen 2000 Legehennen rund 2000 Bioeier pro Tag. Damit sie kurz vor Ostern die höchste Legerate erreichen, wurden die Hühner Mitte Januar «eingestallt», wie es Villiger ausdrückt. Das heisst: Die rund 20 Wochen alten Junghennen werden vom Aufzuchtstall, wo er die von einer Brutfirma eingekauften Küken selbst heranzieht, in den Legehennenstall umgesiedelt. Die höchste Produktionsrate ist erlangt, wenn jedes Huhn täglich ein Ei legt.

Ganze Familie hilft mit

Die ganze Produktion geschieht dabei vollautomatisch: die Hühner werden sechsmal pro Tag gefüttert, der Kot wird einmal pro Woche auf Förderbändern entsorgt und ein Nylonband sorgt dafür, dass die gelegten Eier an einer Stelle zusammenlaufen. Nur geputzt und in die Kartonschachtel abgefüllt werden die Eier noch von Hand. «Rund eineinhalb Stunden brauchen zwei Personen, um die 2000 Eier transportbereit zu machen», sagt Villiger. Zweimal pro Woche werden sie von einem Zwischenhändler abgeholt. Unterstützung bei seiner Arbeit erhält Christoph Villiger von seiner Frau, seiner Mutter und seinen Geschwistern. «Wir sind noch ein richtiger Familienbetrieb.» Als Nebenverdienst erzeugt Biobauer Villiger Naturabeef mit 20 Mutterkühen und einem Stier.

Eine Hektare für 2000 Hühner

Die Richtlinien der Bio Suisse sind streng. Jedem Bio-Huhn müssen fünf Quadratmeter Weideland zur Verfügung stehen. Das macht für Villigers 2000 Legehennen rund eine Hektare. Vorgeschrieben ist auch der tägliche Auslauf im Wintergarten; und das Weideland darf nur bei Nässe, Schnee oder extremer Kälte abgesperrt sein. Im Stall selbst sind Scharrplätze und Staubbäder vorgesehen. Und auf der fünfstöckigen Anlage müssen jeweils genügend Fress-, Trink- und Sitzgelegenheiten eingerichtet sein, damit sich die Hühner nachts ausruhen können. «In der freien Natur ziehen sich die Tiere auch auf die Bäume zurück», weiss Villiger.

Nach elf Monaten werden die Legehennen wieder «ausgestallt». Mit anderen Worten: Die Tiere landen entweder als Suppenhuhn im Kopftopf oder - aufgrund der schwächeren Nachfrage bei den Suppenhühnern - als Stromproduzenten in der Biogasanlage.

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