Wenn ein Ratsmitglied runterfällt

«Tatort» Dieser stählerne Kletterbogen hat bald ausgedient. Hier brach sich Reto Bürgi einst seinen Arm. (Hansruedi Aeschbacher)

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«Tatort» Dieser stählerne Kletterbogen hat bald ausgedient. Hier brach sich Reto Bürgi einst seinen Arm. (Hansruedi Aeschbacher)

Die Primarschule Kestenholz erhält einen neuen Pausenplatz. Nach 37 Jahren entsprechen die bisherigen Gerätschaften nicht mehr dem heutigen Standard. Auch der zuständige Ressortchef Reto Bürgi tobte einst als Kind auf dem Pausenplatz herum und hat nicht nur positive Erinnerungen daran.

Myriam Sperisen

Wer nicht älter als 45 Jahre alt ist und in Kestenholz aufwuchs, spielte höchstwahrscheinlich als Kindergärtler oder Schüler einst auf dem Pausenplatz des Primarschulhauses wie es ihn gegenwärtig noch gibt: Dieser Bereich neben dem Hartplatz wird jedoch nach 37 Jahren nicht mehr lange bestehen: Läuft alles nach Plan, können sich die Schüler bereits nach den Sommerferien auf einen Spielturm mit Rutschbahn oder auf dem «Saturnkreisel» vergnügen. Spätestens dann wird der alte «Militärspielplatz», wie ihn Gemeinderat Reto Bürgi vom Ressort öffentliche Bauten und Anlagen nennt, der Vergangenheit angehören. Zwar fanden die Kinder nach wie vor Gefallen an den alten Gerätschaften, doch es gab seit längerem diverse Vorbehalte bezüglich Sicherheit.

Bürgi brach sich einen Arm

Bürgi selbst mit Jahrgang 1967 kann sich noch sehr gut an seine Jugendzeit und diesen Pausenplatz in Kestenholz erinnern. Dort verbrachte er mit seinen Kollegen jeweils nicht nur die Pausen, sondern auch freie Nachmittage. Selbst wenn die Schüler längst in Oensingen die Oberstufenklassen besuchten, war ein Treff auf dem heimischen Pausenplatz beliebt, die Schüler sassen auf die Geräte und diskutierten angeregt.

An so einem Nachmittag geschah es: Bürgi, damals ein 14-jähriger Oberstufenschüler, wurde vom stählernen Kletterbogen gestossen und brach sich dabei den linken Arm. «Der Abwart hat mich dann zum Arzt gebracht und später ins Spital», erinnert er sich. Dass der Fallschutz bei diesen Spielgeräten nicht gewährleistet ist, erfuhr er damals am eigenen Leib. Weiter erinnert er sich, dass es in seiner Kindheit als besonders galt, wenn irgendwo eine Rutschbahn stand. «Damals waren eher diese Stahlgerüste verbreitet, heute ist eine Rutschbahn selbstverständlich», sagt er.

Umfrage bestätigte Bedürfnis

Es dürfte klar sein, dass der alte Pausenplatz unmodern ist und nicht den gewünschten Sicherheitsnormen entspricht. Dem Kestenholzer Souverän schien dies einleuchtend: An der letzten Gemeindeversammlung wurde das Bruttokreditbegehren über 90 000 Franken für die Umgestaltung durchgewinkt (wir berichteten). Nach den präzisen Ausführungen von Gemeinderat Reto Bürgi wünschte sich vielleicht der eine oder andere insgeheim, auch wieder ein Kind zu sein.

Auch die Schulleitung der Primarschule Kestenholz kann dies unterschreiben: Aufgrund einer Umfrage bei den Eltern bestätigte sich, dass die Pausenplatz-Umgestaltung nötig ist.

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