Drogen
«Wenn du es trotzdem nicht lassen kannst . . .»

An der Street Parade ist die Jugendberatung Streetwork an zwei Standorten präsent. Gewarnt wird vor Misch-Konsum und Pillen mit unbekannten Wirkstoffen. Erstmals können Substanzen wie Ecstasy vor Ort getestet werden.

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Ecstasy

Ecstasy

Zur Verfügung gestellt

Am Samstag steht die Stadt Zürich einmal mehr im Zeichen der Street Parade. Für viele eine Gelegenheit, mal wieder so richtig auf den Putz zu hauen. Grund genug für die Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich mit der Jugendberatung «Streetwork» vor Ort zu sein und die Feiernden auf risikoreichen Konsum aufmerksam zu machen. Erstmals können an der Parade Substanzen wie Ecstasy vor Ort getestet werden.

Tipps für den Tag danach

Ein neues Buch mit dem Titel «Partyfood» enthält Ratschläge gegen den «Hangover». «In einer exzessiven Partynacht ist der Verschleiss an Mineralstoffen enorm, hinzu kommt der Schlafmangel - das alles beeinflusst die Psyche», sagt Autorin Tina Loosli (36) gegenüber «20minuten». Abhilfe bieten täglich zwei bis drei Tassen Leber-Galle-Tee und die Anreicherung der Nahrung mit B-Vitaminen. Dies empfiehlt die Naturheilpraktikerin als Vorbereitung auf die Street Parade. Am Tag der Parade kommen nährstoffreiche Gerichte auf den Tisch, wie etwa Pouletbrust mit Hirse und Karotten. Während der Parade und in der Nacht Cashew-Nüsse und Bananen essen. Am Tag danach wiederum etwas Nährstoffreiches. Mit ihrem Buch wolle sie den Gebrauch von illegalen Substanzen keinesfalls verharmlosen, so Loosli: «Es richtet sich an jene, die nur gelegentlich eine Partynacht einplanen und dabei die Finger nicht von Alkohol und Drogen lassen können.» (ant)

Buchbestellung unter www.nachtschattenverlag.ch (15 Franken)

Unbekannte Substanzen

Ein Angebot, das Sinn macht; so beinhalten seit Sommer 2008 nur noch etwa ein Viertel aller als Ecstasy verkauften Substanzen in Zürich und ganz Europa auch wirklich den Ecstasy-Wirkstoff MDMA. Die Mehrheit der als Ecstasy verkauften Pillen wurde aus anderen Substanzen gemischt und birgt unbekannte Risiken.

In erster Linie rät Streetwork selbstverständlich zu gar keinem oder aber vernünftigem Alkoholkonsum und zur Abstinenz vor Drogen. Wer tatsächlich ohne illegale Substanzen, aber dennoch intensiv feiert, soll möglichst viel und regelmässig Wasser trinken. Ausserdem sind Pausen und Erholungsphasen sinnvoll - bevor der Kreislauf kollabiert.

Unter dem Stichwort «Wenn du es trotzdem nicht lassen kannst . . .» wartet die Beratungsstelle mit «Safer use»-Regeln auf. Demnach hat Mischkonsum immer unabsehbare Folgen und erhöht somit das gesundheitliche Risiko.

Als sehr gefährlich gelten auch Pillen mit unbekannter Dosierung und Inhalt. Wenn möglich sollen diese Substanzen getestet werden (ab 12 Uhr beim Bürkliplatz und ab 23 Uhr an der Lethargy-Party in der Roten Fabrik). Weniger sicher, aber trotzdem eine Möglichkeit ist das «Anprobieren» einer kleinen Menge. Danach sollte mindesten zwei Stunden gewartet werden, um den Effekt beziehungsweise mögliche gesundheitliche Folgen abschätzen zu können.

Sich um Freunde kümmern

Streetwork appelliert auch an die soziale Verantwortung der Partygänger. So werden Drogenkonsumenten dazu aufgefordert, ihre Freunde darüber zu informieren, was sie wann «einwerfen». «Kümmere dich um deine Freunde, wenn es ihnen schlecht geht», hält Streetwork ausserdem fest. Auch Eigenverantwortung ist gefragt. Statt die Gesundheit in die Verantwortung der Sanität zu legen, soll jeder Partygänger auf sich selber achten.

Nicht zuletzt weist Streetwork darauf hin, dass bereits einmalige Schalldrucküberlastungen zu Gehörschäden führen können. Kinder, insbesondere Kleinkinder mit ihrem hochempfindlichen Gehör, sollen nicht in die Nähe von Schalldruckwellen gelangen. Weil die an der Parade abgegebenen Ohrstöpsel kaum in Kinderohren passen, werden Eltern gebeten, sich vorgängig in Apotheken oder im Fachhandel Gehörschutze zu beschaffen. (ant)

Mehr Informationen unter www.saferparty.ch