Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen

Geplanter Dorfplatz: Etwa in der Bildmitte grenzen der Fabrikplatz (links) und der Postplatz (rechts) aneinander. Der neue Dorfplatz soll rechts entstehen, die Parkplätze nach links verschoben und die Ausfahrt in die Kantonsstrasse geschlossen werden. (Fotos: Bruno Kissling)

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Geplanter Dorfplatz: Etwa in der Bildmitte grenzen der Fabrikplatz (links) und der Postplatz (rechts) aneinander. Der neue Dorfplatz soll rechts entstehen, die Parkplätze nach links verschoben und die Ausfahrt in die Kantonsstrasse geschlossen werden. (Fotos: Bruno Kissling)

Holderbank schlägt zwei Fliegen auf einen Streich: Mit der Sanierung der Augstbach-Eindolung durch den Kanton will die Gemeinde gleich den Dorfplatz neu gestalten. Das Problem: Einen Teil der Eindolung muss sie selbst berappen. Die Finanzierung ist aber noch unklar.

Fabian Muster

Holderbank will sein Aussehen im Dorfkern verändern: Der Kanton saniert die Hauptstrasse und die Eindolung des Augstbaches. Zugleich möchte die Gemeinde den Dorfplatz vor dem Restaurant Eintracht und dem Denner umgestalten. «Es gibt keine bessere Gelegenheit als jetzt, wenn der ganze Platz sowieso aufgerissen werden muss», sagt Gemeindepräsident Urs Hubler. Geplant ist, dass der heutige Postplatz autofrei wird. Die bisherigen Parkplätze würden verschoben, die Anzahl bleibt so insgesamt gleich. Die mittlere der drei Autoeinfahrten würde wegfallen. Zudem soll der Dorfbrunnen auf den geplanten Dorfplatz versetzt werden. Und: Die bisherige Posthaltestelle auf dem Postplatz käme vor dem Augstbach gleich bei der Hauptstrasse zu stehen. So soll ein Platz der Begegnung entstehen.

Nicht immer ausweichen müssen

«Holderbank sollte doch irgendwo einen Ort haben, wo die Vereine empfangen werden können, ohne dass ständig einem Postauto oder sonst einem Fahrzeug ausgewichen werden muss», ist Hubler überzeugt. Ihm ist aber klar, dass besonders die Idee des autofreien Platzes an der kommenden Budgetgemeindeversammlung noch zu diskutieren geben wird. Selbst der Gemeinderat war sich in dieser Hinsicht nicht einig. Für die Sanierung der Hauptstrasse und der Eindolung sowie für die Umgestaltung des Dorfplatzes sind brutto rund 3,3 Mio. Franken vorgesehen. Die Gemeinde bezahlt einen Anteil von rund 11 Prozent, den Rest übernimmt der Kanton. Über die nächsten drei Jahre muss Holderbank 450 000 Franken budgetieren. «Das sollte möglich sein», glaubt Hubler. Baubeginn ist nächstes Jahr.

1,15 Mio. Kosten für Gemeinde

Was dem Gemeindepräsidenten hingegen mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Sanierung des restlichen Drittels der Augstbach-Eindolung. Der Kanton zahlt nämlich die rund zwei Drittel bis zum Fabrikplatz, da bis dahin die Kantonsstrasse direkt an den Bach anstösst. Der restliche Teil - etwa 60 Meter - muss die Gemeinde übernehmen, was zusätzlich zu den 450 000 Franken nochmals rund 700 000 Franken ausmacht. Die nächsten drei Jahre hätte Holderbank somit total 1,15 Mio. Franken an Nettokosten nur für dieses Projekt zu berappen. «Da weiss ich nicht mehr, wie wir dies finanzieren sollen», gesteht Hubler. Abgeklärt wird nun, auf welche Subventionen auf Kantons- und Bundesebene zurückgegriffen werden kann. «Falls da nichts reinzuholen ist, können wir diesen einen Drittel der Bachsanierung nicht durchführen.»

Alte Fabrik anders nutzen

Damit hätte der Kanton keine Mühe. «Die Gemeinde muss die Sanierung nicht schon nächstes Jahr vornehmen», sagt Christian Balz, Leiter Kunstbauten im Amt für Verkehr und Tiefbau. Die Tragesicherheit der Eindolung sei noch genügend. Eine Sanierung sei nicht schon jetzt zwingend notwendig, werde aber in den nächsten Jahren sicher erfolgen müssen. Der Grund für die unterschiedliche Einschätzung: Der Kantonsteil der Eindolung wird von schweren Lasten befahren und ist schon 1955 erstellt worden. Der Gemeindeteil der Eindolung ist hingegen nur ein Quartierzubringer und daher geringeren Lasten ausgesetzt. Er datiert von 1955 und 1964. Vorteilhaft wäre es laut Balz für die Gemeinde allerdings schon, die Sanierung mit dem Kanton gemeinsam durchzuführen. Sie würde von besseren Preisen profitieren.

Abhängig ist der Gemeindeteil der Bachsanierung noch von etwas anderem: Beim Fabrikplatz steht die alte Mentor-Uhrenfabrik, wo zuletzt die Firma Hotron aus Olten Leute beschäftigte. Im rechten Teil ist heute die Häxlibar einquartiert. Die Gemeinde möchte die bisherige Gewerbezone in eine Kern- oder Wohnzone umwandeln. Dafür ist ein Gestaltungsplan nötig, die Sanierung und der Umbau würde der Besitzer der Liegenschaft übernehmen. «In der ehemaligen Uhrenfabrik könnten Wohnraum und Alterswohnungen entstehen sowie Dienstleistungsbetriebe untergebracht werden», skizziert Gemeindepräsident Hubler eine der Ideen. Das Problem hier: Der Verkauf der ehemaligen Fabrik an die neue Eigentümerin ist noch nicht unter Dach und Fach. Damit könnte auch die Dolensanierung des Gemeindeteils ins Stocken geraten, da womöglich der Gestaltungsplan Einfluss darauf hat.

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