Wenn der Kreis sich schliesst

Wenn der Kreis sich schliesst

Wenn der Kreis sich schliesst

In einer Woche startet der SCL in die neue Saison – mit Rückkehrer Noël Guyaz Serie. Vor zwanzig Jahren brach der Langenthaler zu seiner Karriere, die ihn durch die Spitzenclubs der schweizerischen Eishockeylandschaft führte. Ende Juni kehrte der 38-Jährige nach Langenthal und damit zum SCL zurück.

Bettina Nägeli

Schlendert Noël Guyaz durch Langenthals Gassen, vergeht kaum eine Minute, in welcher er unerkannt bleibt. Hier hebt er die Hand zum Gruss des auf der gegenüberliegenden Strassenseite Gehenden, dort nickt er freundlich den Entgegenkommenden zu. «Ja, mich kennt man hier», sagt der Langenthaler, der die vergangenen 20 Jahre jedoch vorwiegend ausserhalb der oberaargauischen Kleinstadt verbrachte.

In Langenthal hat Guyaz zunächst die gesamte Juniorenabteilung des Schlittschuhclubs durchlaufen. Erinnerungen an spezielle Momente jener vergangenen Tage sind noch immer fest in seinen Gedanken verankert. Exemplarisch nennt er etwa das alljährlich stattgefundene Mini-Novizen-Turnier in Regensburg oder das erste Spiel in der 1. Liga als gerade mal 13-Jähriger. Und schliesslich die Aufnahme in die erste Mannschaft zwei Jahre später. Er sei in Langenthal optimal vorbereitet worden, sagt der zweifache Schweizer Meister (mit dem HC Lugano) und ehemalige Nationalspieler rückblickend.

Leben als Berufsnomade

Mit 18 Jahren erfolgte der Startschuss zu den besagten Wanderjahren, die Guyaz im Zuge seiner Karriere abseits von Langenthal, sprich in die Nationalliga A, führten. Stationen wie die ZSC Lions, der HC Ambri Piotta, der EHC Chur, der HC Lugano oder die Rapperswil-Jona Lakers liessen den Verteidiger in den unterschiedlichsten Schweizer Städten leben. «Anfänglich habe ich Langenthal noch häufige Besuche abgestattet», erzählt der Sportler und fügt hinzu: Der Bezug zu Langenthal habe aber mit der Zeit abgenommen.

Zwischen häufiger Neuorientierung und immer wieder zu erfolgender Akklimatisation hat sich der Horizont des Berufsnomaden indes ständig erweitert: «Jene Art des Lebens ist sicherlich speziell, mir hat sie jedoch immer zugesagt», sagt Guyaz und betont insbesondere die ständige Erweiterung von Bekannt- oder sogar Freundschaften. Städte wie Lugano oder Chur und deren Umgebungen benennt er im Fortgang seiner Rede sodann als «Orte mit hoher Lebensqualität».

Rückkehr nach Langenthal

Nach einer Verletzung, die sich Noël Guyaz Ende des vergangenen Jahres zugezogen hatte, wurde sein Vertrag in Rapperswil nicht verlängert. Gegenwärtig findet sich der 38-Jährige in Langenthal, dem Ort seiner einstigen Anfänge, wieder. Den Ausschlag zur Rückkehr gaben indes ausschliesslich sportliche Aspekte; vom SCL, bei dem er einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, habe er schlicht und einfach das «vollkommenste Angebot» erhalten.

Guyaz zögert denn auch, seine Rückkehr als ein «Nachhausekommen» zu bezeichnen. «Seit meinem Weggang hat sich hier vieles verändert», sagt er sogleich und meint damit nicht in erster Linie die ihn auf den Strassen nunmehr Grüssenden. Vielmehr verweist er stattdessen
etwa auf die aktuelle Gestalt der Innenstadt, an welche sich sein Auge zunächst gewöhnen müsse. Nichtsdestotrotz ist das Haus, in welches Guyaz mit seiner Frau und dem siebenjährigen Sohn Ende Juni eingezogen ist, nun fertig eingerichtet: «Ich bin also vorerst in Langenthal angekommen.»

Entwicklung unterstützen

Ebenso wenig wie die Stadt selbst, sieht der Rückkehrer, der mittlerweile fleissig in Schoren trainiert hat, den SCL in dessen Entwicklung stillgestanden. Entgegen dem früheren Amateurumfeld habe sich der Schlittschuhclub auf ein der NLB entsprechendes Niveau professionalisiert. Dahin gehend erachtet der Sportler das Vorhaben, sich künftig mit der Mannschaft auf den vorderen Rängen der NLB zu behaupten, als sein «persönliches prioritäres Ziel in Langenthal». Nach der Vorbereitung scheint Guyaz’ neuer und wahrscheinlich letzter Verein jedenfalls für die neue Saison gerüstet (siehe Artikel rechts). Momentan bereitet sich Noël Guyaz mit Trainerausbildungen auch auf die Zeit nach seiner Profikarriere vor: «Mit meiner 20-jährigen Erfahrung möchte ich mich zunehmend im Nachwuchsbereich einbringen», sagt der Langenthaler in die Zukunft blickend. Damit schlösse sich der vom einstigen SCL-Junior geöffnete Kreis.

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