Wetter Solothurn
Wenig Regen und viel Schnee

Seit zehn Jahren sind nun Daten zum Solothurner Wetter greifbar, und deshalb kann auch das abgelaufene Jahr 2009 eingeordnet werden: Trockener waren im letzten Jahrzehnt nur noch das Rekordjahr 2003 sowie 2005, das insgesamt schneereichste Jahr. 2009 belegte diesbezüglich den zweiten Platz, lag doch Solothurn im letzten Jahr ganze 51 Tage lang unter einer Schneedecke.

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Solothurner Zeitung

Wolfgang Wagmann

Schnee und Eis waren vor einem Jahr ein grosses Thema, blieb es doch über die Januarhälfte 2009 hinaus frostig kalt. Der Monat endete mit einem Minusmittel von 1,2 Grad, und auch der Februar zeigte über weite Strecken ein winterliches Gesicht. Am Schluss stand vor allem für die Jurahöhen ein Rekordwinter, präsentierten sich doch Lagen ab 1000 Metern mehr als drei Monate lang permanent in Weiss.

Der März zerriss noch keine Stricke und blieb mit 5,1 Grad im sehr durchschnittlichen Bereich. Dass das Jahr 2009 mit 10,5 Grad im Mittel doch zu den wärmeren des Jahrzehnts gehörte, dafür sorgte erst einmal ein zu warmer, äusserst trockener April: Nicht einmal 30 Liter Regen pro Quadratmeter wurden registriert, bei einem doch recht angenehmen Monatsdurchschnitt von 11,5 Grad. Schon fast sommerliche Akzente setzte der ebenfalls zu trockene Mai mit 16,5 Grad - der drittwärmste Mai in den letzten zehn Jahren. .

Ein «nicht so leider» Sommer

Eher atypisch blieb der Juni mit bloss 18 Grad im Mittel der kühlste Sommermonat. Denn in den letzten fünf Jahren hatte er stets zumindest den Juli oder den August hinter sich gelassen. Der 09-er Juli war jedoch um 1,5 Grad wärmer als der Vormonat und nach einem zu trockenen Quartal endlich wieder überdurchschnittlich nass. Was die Badi-Gäste störte, kompensierte jedoch der August reichlich: Bei wiederum wenig Regen zeigte sich Sonne reichlich und der dritte Sommermonat avancierte mit deutlich zu warmen 20,5 Grad im Durchschnitt zum klar wärmsten Drittel des doch recht akzeptablen Sommers 2009.

Zu warmer, nasser Dezember

«Leise rieselt der Schnee» hiess es zu Beginn des Adventmonats, doch blieb es bis 13. Dezember bei ein paar Flocken. Dazwischen war es recht mild, mit einem feuchten Chlauseabend am 6. und einem äusserst nassen Folgetag. Überhaupt, der Dezember legte mit 160,8 Litern Wasser im Wallierhof Riedholz und 147 Litern pro Quadratmeter in Solothurn selbst eine regelrechte «Aufholjagd» in Sachen Niederschlag hin. Ganz trocken blieb es nur an neun Tagen, so vor allem zwischen dem 12. und 16. Dezember. Erst ab der Monatsmitte wurde die Kälte ein Thema, dafür auch gleich ein happiges: Eine Woche lang herrschte Dauerfrost mit einem knapp zweistelligen Morgenminimum am Sonntag, 20. Dezember. Am Abend des vierten Advents begann dann ein «Ausnahmeschneesturm» der ganz Solothurn in «Pulver gut» versinken liess. Die Schanzen waren völlig weiss, auf der St.-Ursen-Treppe die einzelnen Plattformen jedoch leergefegt. Am Montag erhöhte sich die Schneedecke nochmals um 5 auf 25 cm, doch schon am 23. setzte das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter mit Regen ein. Vorerst lagen die Tagesmaxima noch bei 5 Grad, sodass sich die schwindende Schneedecke geschlossen noch bis über den Stephanstag hinaus hielt. Die Altjahreswoche verlief aber dann noch wämer und äusserst feucht. So blieb der Dezember 2009 trotz der einwöchigen Kältewelle vor Weihnachten mit einem Monatsdurchschnitt von 1,7 Grad um ein halbes Grad zu warm gegenüber dem langjährigen Mittel.
Die aktuelle Kältewelle dürfte noch bis Hilari am 13. Januar anhalten, und derzeit siehts in der zweiten Wochenhälfte auch nach Neuschnee aus. (ww)

Kein Jahr lang schneebedeckt

Schnee und Eis? Wie war das jetzt genau mit dem viel bemühten Klimawandel? Nun, eine Zehnjahresperiode in Solothurn kann kein Indikator für oder gegen solche globalen Effekte sein. Fest steht, dass Solothurn seit dem Jahrtausendwechsel an 289 von total 3563 Tagen unter einer geschlossenen Schneedecke lag. Das sind immerhin 8,1 Prozent des Jahrzehnts. Bemerkenswert vielleicht noch, dass allein 81 Schneetage auf die letzten zwei Jahre entfielen. Das Rekordjahr ist jedoch 2005 mit 67 Schneetagen, also einer Schneedecke von aneindergereiht über zwei Monaten.

2002 gabs jedoch nur 2 Schneetage, und auch 2007 lag die weisse Pracht kompakt nur eine schlappe Woche lang. Schnee allein ist zudem kein absolutes Indiz für kalte Winter, auch wenn der letzte mit 80 cm Gesamtschneehöhe in Solothurn diese Gleichung noch erfüllt hat. Interessant ist aber doch, dass die ersten fünf Jahre des abgelaufenen Dezenniums der Region nur gerade 89 Schneetage brachten, die zweite Hälfte jedoch deren 200!

Das kälteste Jahr fällt mit einem Jahresmittel von 10,0 Grad auf 2005 und damit auch in die zweite Jahrzehnthälfte. Die kältesten Monate waren übrigens der Februar 2003 (minus 1,1 Grad im Monatsmittel), der Januar 2006 (minus 1 Grad) und 2009 (minus 1,2 Grad).

«Glückliches» Solothurn

2003 blieb mit nur 889 Litern Regen pro Quadratmeter das trockenste, aber nicht das wärmste Jahr, auch wenn die drei Sommermonate mit jeweils über 22 Grad im Mittel wohl die heissesten des zweiten Jahrtausends gewesen sein dürften. Trotzdem reichte es mit 10,8 Grad im Jahresmittel nur zum zweiten Platz, denn das Jahr 2000 hält mit 11,3 Grad den Rekord- dank milden Wintermonaten und einem überdurchschnittlich warmen Frühling und Herbst.
Was übrigens in diesem Jahrzehnt nicht vorkam waren Orkane wie «Vivian» 1990 oder «Lothar» am fünftletzten Tag 1999. Schon damals war Solothurn glimpflich davongekommen; auch schwere Gewitter mit grossen Hagelschäden sind in den letzten zehn Jahren keine aktenkundig.

Und ebenfalls kein Thema waren in der früher oft überfluteten Aarestadt dank der Juragewässerkorrektion die beiden Augusthochwasser 2006 und 2007, die anderswo grosse Schäden anrichteten. Diese zwei Monate waren mit 271 respektive 311 Litern Regen pro Quadratmeter auch die nassesten des Jahrzehnts (vgl. Grafik oben).