Wenig Geld für Kulturszene im Fricktal

Das Aargauer Kuratorium gewährte zwar schon Zuschüsse, beklagt aber mangelnde Anträge aus Rheinfelden.In der kantonalen Kulturförderung führt das Fricktal ein Schattendasein. Selten fliesst Geld vom Aargauer Kuratorium, dem vorgeworfen wird, die Messlatte für Beurteilungen recht hoch zu legen. Das jüngste Buch des Rheinfelder Autors Kurt J. Rosenthaler fand jedenfalls keine Gnade.

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Wenig Geld für Kulturszene im Fricktal

Wenig Geld für Kulturszene im Fricktal

Peter Rombach

Das im Ismero-Verlag Möhlin erschienene Werk «Vom Teufel keine Spur – meine Kindergartenzeit in Rheinfelden» erlebte an der Vernissage im ehrwürdigen Rathaussaal hohe Anerkennung, schien allerdings für einen Kuratoriumszuschuss ungeeignet zu sein. Die Ablehnung des Gesuchs wurde Rosenthaler schriftlich in dürren Sätzen mitgeteilt, eine Begründung des zuständigen Fachgruppenleiters gab es nur mündlich am Telefon, wie Rosentaler bestätigt. Texte und Fotos entsprächen nicht den Anforderungen, es bestehe kein öffentliches Interesse, die überregionale Bedeutung fehle, soll es geheissen haben.

Im Oktober vergangenen Jahres schrieb Peter Meurer vom Ismero-Verlag ans Kuratorium und bat erneut um einen Unterstützungsbeitrag – eine schriftliche Antwort steht bis heute aus. Auch Verleger Thomas Isenegger würde gerne die genaue Begründung kennen lernen und hätte sich für das Rosenthaler-Projekt eine «Anschubfinanzierung» gewünscht. «Wir werden nicht ernst genommen, dabei gibt es grossartiges Kunstschaffen im Fricktal.»

Dem hält Hans Joerg Zumsteg, Geschäftsführer Aargauer Kuratorium, einiges entgegen. Aus dem Jahresbudget von rund 6,3 Millionen Franken seien durchaus Gelder ins Fricktal geflossen, empfiehlt er das Studium des Geschäftsberichts 2008. In der Tat gab es «Programmbeiträge» für das Kulturbüro Rheinfelden (13000 Franken), die Kulturkommission Möhlin (3000) oder die Kulturkommission Frick (1000). Der Projektchor der Reformierten Kirchgemeinde Frick kam in den Genuss von 7000, der Projektchor Rheinfelden sogar von 8000 Franken.

Nach vorliegenden Informationen der AZ gingen Einzelkünstler leer aus. Der Rheinfelder Viktor Hottinger beispielsweise hatte letztmals 1994 einen Antrag gestellt, vergebens. «Seither lasse ich das, die Lust ist mir vergangen.» Allerdings räumt er ein: «Wer Geld will, muss sich bemühen, also Antrag stellen, ohne Garantie, dass es klappt.»

Dass die Hauptgelder des Kuratoriums, das autonom arbeitet und frei entscheiden kann, auf der Achse Aarau-Baden zum Einsatz kamen, räumt Geschäftsführer Zumsteg ein. «Das ist der kulturintensivste Streifen.» Grundsätzlich bestehe kein Anrecht auf Förderung, lediglich ein Recht, sich zu bewerben. Aus dem Fricktal seien kaum Gesuche gekommen. «Das ist halt eine ländliche Region mit zu wenigen professionellen Künstlerinnen und Künstlern.»

Nicht zu vergessen sei, dass aus dem Swisslosfonds ebenfalls Beiträge gesprochen würden, an Festivals und Museen zum Beispiel. «So erhält das Rehmann- Museum in Laufenburg seinen Beitrag nicht vom Aargauer Kuratorium, sondern vom Swisslosfonds (Abteilung Kultur des BKS) und das Solsberg-Festival in Olsberg wird ebenfalls vom Swisslosfonds unterstützt.»

Für Steff Rohrbach, Leiter Kulturprojekte bei der Stadt Rheinfelden, ist klar: «Förderkriterien braucht jede seriöse Stelle, die mit Geld der öffentlichen Hand Kulturprojekte und künstlerisches Schaffen unterstützt.» Dass sich Abgewiesene benachteiligt fühlen, könne er nachvollziehen. Seines Wissens seien in Rheinfelden das Festival der Kulturen und Rock am Rhein schon mal gefördert worden. Immer gehe es darum, wie professionell der Projektanspruch ist. So habe das Freilichttheater «Dr Elfenbaum» keine Subvention bekommen. «Die Frage ist, ob es in der Beurteilung Unterschiede gibt, am Massstab, der angewendet wird, ob es für die Beurteilenden eine Rolle spielt, woher ein Gesuch kommt.»