Freddy Nock
Weltmeister sorgt für Nervenkitzel

Freddy Nock tritt am Wochenende am Jugendfest Uerkheim auf dem Seil und in der Motorradkugel auf.

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Freddy Nock

Freddy Nock

Aargauer Zeitung

Barbara Vogt

Hochseilkünstler Freddy Nock freut sich wie ein Kind auf das Jugend- und Dorffest Uerkheim. «Wir sollten mehr Feste haben, da kommen sich Menschen näher.» Und noch mehr sollten Hochseilartisten an Festen auftreten können - wie früher, als diese in den Dörfern für Sensation sorgten.

In Uerkheim sorgt Nock, der kürzlich an der Weltmeisterschaft in Seoul Weltmeister im Hochseillauf wurde, für Nervenkitzel. Zusammen mit seinem langjährigen Partner Mijiddorj «Mika» Myagmarsaikhan aus der Mongolei spaziert er zwischen dem Gemeindehaus und dem Friedhof auf 40 Meter Höhe umher. Ungesichert, mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht, den Kopfstand machend, gegen ein Spässchen nicht abgeneigt. «Ich lasse mir bestimmt was einfallen, vielleicht bleibe ich einfach auf dem Seil sitzen, bis die Feuerwehr mich holen kommt!»

Traum von Kirche geplatzt

Gerne wäre Freddy Nock vom Gemeindehaus zur Kirche hochgelaufen. Das geht aber nicht, weil der Kirchturm aus Holz ist und durch den Zug des Seils zusammenbrechen könnte. Für Nock wäre dies «ein Träumli» gewesen. «Allein wegen der Kirche zügelte ich nach Uerkheim.» So spannt der Künstler das Stahlseil von einem der obersten Fenster des Gemeindehauses über den Friedhof.

Das ist nicht so einfach wie das Spannen einer Wäscheleine: Im Gemeindehaus musste im Untergeschoss ein Stahlbalken montiert werden, über den das Seil schliesslich befestigt wird. Beim Friedhof hängt das Seil an einem 250 Tonnen schweren Kran der Firma Senn. Ein Statiker hat Freddy Nock bei der Konstruktion geholfen. «Ich liebe die Gefahr, aber ich überlasse nichts dem Zufall. Es darf nichts passieren, das schadet nur meinem Namen.»

Je mehr Shownummern Nock bieten kann, desto mehr ist er in seinem Element. Beim Feuerwehrgebäude stellt er vier Meter hohe schwankende Masten auf, auf denen er herumbalanciert. Auch rasen er, seine 20-jährige Tochter Stefanie und ein Freund auf Motorrädern in der Eisenkugel durcheinander. Der Durchmesser der berüchtigten Kugel: An die fünf Meter. Mit einer Pfeife gibt Freddy Nock den Ton an, «damit wir nicht zusammenknallen». Manchmal könne es einem bei der Raserei schon etwas schwindlig werden, doch gebe es dafür spezielle Atemtechniken.

Erdbeergeschmack im Tank

Freddy Nock und andere Dorfbewohner haben die Eisenkugel auf dem Festgelände in Uerkheim zusammengesetzt. Sie kommt mitten ins Zelt zu stehen, in dem abends heisse Discomusik läuft. Da stört das Motorengeheul kaum. «Die Vorführung ist speziell für Jugendliche vorgesehen», sagt der Artist. Und damit es nicht zu sehr nach Benzin und Öl stinkt, mischt Nock dem Ganzen etwas Öl mit Erdbeergeschmack bei.