nt-Areal

Weiterhin schlaflose Nächte

Obwohl der Kanton und die Veranstalter auf dem nt-Areal die Besucherströme umleiten, sind die Erlentor-Mieter weiterhin unzufrieden.

Yen Duong

Die Partys auf dem nt-Areal rauben einigen Mietern und Mieterinnen des Erlentors offenbar immer noch den Schlaf. Dies obwohl der Kanton Basel-Stadt, Grundbesitzerin Vivico und Veranstalter auf dem nt-Areal vor zwei Monaten bekanntgaben, dass sie die Erlenmattstrasse an den Wochenenden mit Hilfe von Security-Leuten dicht machen (bz vom 30. Juli). Grund für diese Massnahme war der Lärm einiger grölender Nachtschwärmer auf dem nt-Areal, die über die Erlenmattstrasse wieder abzogen - an der neuen Wohnüberbauung Erlentor vorbei.

Die Sperrung der Erlenmattstrasse hat zur Folge, dass die Partygänger nun die drei anderen Zugänge beim Wiesenkreisel, Riehenring oder gegenüber dem Eingang des Musical-Theaters benützen müssen. Doch die Umleitung der Besucherströme funktioniere nicht, wie ein Erlentor-Mieter* in einer E-Mail an den Kanton kritisiert.

Nur noch Betonstrassensperren

Im Schreiben, das der bz vorliegt, moniert er, dass die Sperrung der beiden Flanken beim Erlkönig und bei der Erlenstrasse mit Hilfe von Securitypersonal seit dem letzten Wochenende nicht mehr weiterverfolgt werde. Es seien auf der Höhe Erlenmattstrasse/Erlkönigweg nur Betonstrassensperren errichtet worden. Die Mieter seien über diese Änderung aber nicht informiert worden, schreibt er.

Der Anwohner hat zudem in den vergangenen Wochen immer wieder Störungen «registriert». So hat er Personen gesehen, die an der Ecke Erlenmattstrasse/Erlkönigweg frei uriniert hätten und eine «heftige Schlägerei» miterleben müssen. Eine andere Mieterin des Erlentors, Maria Häring, bekräftigt und relativiert gleichzeitig: «Der Lärm ist störend, aber nicht so schlimm, dass ich gleich wegziehen muss», sagt sie.

Weniger Lärmklagen

Laut Dominik Bissegger vom Restaurant Erlkönig gibt es immer noch Securities auf dem nt-Areal, die die Besucherströme umleiten - an dieser Massnahme halte man weiterhin fest. Es würden jedoch nicht mehr so viele Security-Leute eingesetzt. Bisher seien es sechs gewesen, neu nur noch zwei bis drei. «Auf dem nt-Areal finden jetzt keine Sommerveranstaltungen mehr statt. Deshalb benötigen wir auch nicht mehr so viele Securities», sagt Bissegger. Derzeit würden die Veranstalter, der Kanton und Grundeigentümerin Vivico an weiteren Massnahmen arbeiten, damit das Problem entschärft werden könne. «Wir werden möglicherweise auch noch Wegweiser aufstellen», sagt er.

Isabelle Rihm, Mediensprecherin des Bau- und Verkehrsdepartements, will die Reklamation des Anwohners nicht verharmlosen, aber: «Wir sollten das auch in Relationen setzen. Es gibt nur sehr wenige Mieter, die bei uns reklamieren und sehr viele, die es nicht machen.» Es sei aber wichtig, dass man die Zwischennutzungen ständig auf die sukzessive Veränderung des Areals abstimme. Aussenveranstaltungen würden in diesem Jahr keine mehr durchgeführt. «Verbieten möchten wir die Zwischennutzungen nicht. Denn sie leisteten für die bisherige Entwicklung des Areals einen wichtigen Beitrag», meint Rihm.

Laut Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, sind die Reklamationen wegen des nt-Areals zurückgegangen. «In den letzten Wochen erhielten wir ein paar Lärmklagen. Die Situation hat sich beruhigt», erklärt er.

* Name der Redaktion bekannt

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1