Weiterhin durchgehend geöffnet

Das Apothekergässli – der schmale Durchgang zwischen Spittel- und Hauptgasse im Stedtli – soll nachts offen bleiben. Bruno Riedwyl ist mit seiner Beschwerde abgeblitzt.

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Aargauer Zeitung

Jürg Amsler

Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) des Kantons Bern hat den Entscheid der Bau- und Planungskommission der Gemeinde Büren vollumfänglich gestützt. Diese hat dem Gesuch von Bruno Riedwyl, beim Apothekergässli zwei Tore anbringen zu lassen und dieses nachts zu schliessen, einen Bauabschlag erteilt. Gegen diesen Entscheid wehrte sich der Gesuchsteller und reichte Beschwerde bei der BVE ein. Diese stellt sich hinter die kommunale Baubehörde und wies Riedwyls Begehren ab. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der Durchgang nach dem Stedtlibrand als Fussweg erstellt worden ist und seit 1752 - obwohl im Grundbuch kein Fusswegrecht eingetragen ist - von der Öffentlichkeit genutzt wird. Im Amtsdeutsch heisst das, dass kleine Gässchen sei dem «Gemeingebrauch gewidmet». Bruno Riedwyl wollte auf Anfrage nichts kommentieren. «Ich sage nichts dazu», so seine Antwort auf die Frage, ob er den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiter ziehen werde.

Einsprachen und Petition

Vor knapp einem Jahr hat das Baugesuch von Bruno Riedwyl im Stedtli für einen Aufschrei und Gesprächsstoff gesorgt. Das Apothekergässli, im Volksmund - weil nach Wirtshausschluss nicht selten als Pissoir miss-braucht - unter anderem Namen bekannt, sollte nachts geschlossen bleiben. Gesuchsteller Bruno Riedwyl hatte die Unannehmlichkeiten satt und verlangte den Einbau von zwei Toren beim schmalen Durchgang auf seinem Grundstück. Dieser sollte von Montag bis Freitag zwischen 20 Uhr und 6 Uhr, am Samstag bis 8 Uhr und sonntags bis 9 Uhr zugesperrt bleiben (wir berichteten).

Dieser temporären Schliessung der oft benutzten Verbindung zwischen Spittel- und Hauptgasse erwuchs Widerstand. Bei der Bauverwaltung Büren wurden ein halbes Dutzend Einsprachen eingereicht und die Vereinigung für Heimatpflege Büren lancierte im Stedtli eine Petition. «Über 300 Unterschriften kamen zusammen», erinnert sich Christoph Abbühl, Bauverwalter in Büren. Die Petitionäre forderten die Baubehörden der Gemeinde Büren auf, das Baugesuch sei abzulehnen.

Öffentliche Nutzung akzeptiert

Rudolf Käser, Obmann der Vereinigung: «Wir sind natürlich hocherfreut über das Schreiben aus Bern. Daraus ist ersichtlich, dass sich die kantonale Baudirektion den Entscheid nicht leicht gemacht und sich mächtig ins Zeug gelegt hat.» Käser verteilt noch weiteres Lob: «Ebenfalls die Bau- und Planungskommission Büren hat tief in den Archiven gewühlt und von Fachinstanzen Meinungen eingeholt, bevor sie den Bauabschlag erteilt hat.»

Für Käser wie Abbühl ist noch ein weiterer Punkt nicht ausser Acht zu lassen: Der Grundeigentümer des kleinen Durchgangs unter der Häuserzeile an der Hauptgasse hat seit Jahren geduldet, dass die Gemeinde für die Instandstellung und den Unterhalt des Apothekergässlis aufgekommen ist. «Er hat also stillschweigend die öffentliche Nutzung akzeptiert.» Käser ist überzeugt, dass dies von der kantonalen Baudirektion als wichtig eingestuft worden ist.