Weitere Kita-Millionen

Der Kanton Bern stellt vier Millionen Franken für Kitas und Tageselternvereine zur Verfügung. Der Bedarf wäre aber weit höher.

Johannes Reichen

Vier Millionen Franken stellen der Kanton und die Gemeinden in diesem Jahr zusätzlich für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Damit stehen in diesem Jahr insgesamt rund 65 Millionen Franken aus dem Lastenausgleich für Kindertagesstätten und Tageselternverein zur Verfügung. In den beiden nächsten Jahren werden je drei Millionen dazukommen.

Zweimal im Jahr, auf den 1. Februar und den 1. Juni, können Gemeinden ein Gesuch an den Kanton schicken für die Mitfinanzierung zusätzlicher Betreuungsplätze. Diese Regelung gilt seit sieben Jahren. Im Februar wurden drei Millionen Franken verteilt, im Juni nun hat die Gesundheits- und Fürsorgedirektion Gesuche für eine Million Franken bewilligt, teilte der Kanton Bern gestern mit.

2900 Plätze in Kitas

«Diesmal haben nur Gemeinden Gesuche eingereicht, die bereits über solche Angebote verfügen», sagt Esther Christen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des kantonalen Sozialamts. 14 Gemeinden erhalten zusätzliche Mittel (siehe Kasten).

2900 Plätze in Kindertagesstätten werden im Kanton subventioniert, zudem mehr als eine Million Betreuungsstunden bei Tageseltern. Aber immer noch ist das Bedürfnis längst nicht abgedeckt. Im Juni sind Gesuche für über fünf Millionen Franken eingegangen.


«Es kommt sehr darauf an, wo man wohnt», beurteilt Christen die Chance für Familien, ihre Kinder in einer subventionierten Kita betreuen zu lassen. «In vielen Gemeinden gibt es keine Angebote.» Die Wartefristen seien immer noch sehr lang, und oft würden schon Babys auf die Warteliste gesetzt, die noch gar nicht zur Welt gekommen sind.

Flexibilität kann laut Christen jedenfalls nicht schaden bei der Suche nach einem Kita-Platz. «Die Nachfrage ist sehr gross.» In Bern etwa, wo es rund 1050 städtische oder subventionierte Plätze gibt, warten derzeit 700 Kinder auf eine Betreuung. Bei nicht subventionierten Tagesstätten gebe es aber fast immer freie Plätze, so Christen.

Grosse Entlastung

Der Kanton Bern ist aber bestrebt, das Angebot stetig zu vergrössern, um die «Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern», wie er gestern schrieb. Durch die Subventionen würden die Familien «massiv entlastet», sagt Christen. Je nach Einkommen bezahlen Eltern pro Betruungsstunde zwischen 65 Rappen und 10.75 Franken in der Kita und zwischen 65 Rappen und 8.30 Franken bei Tageseltern. Über 90 Prozent der Kosten werden für die tiefsten Einkommen vom Kanton (und den Gemeinden) übernommen. Bis zu 90 Prozent der Kosten werden vom Kanton und Gemeinden übernommen.

Noch keine Lösung gebe es aber für die nach Ansicht des Kantons stark belasteten Familien mit mittleren Einkommen und mehreren Kindern, sagt Esther Christen. «Denkbar wäre beispielsweise eine Erhöhung des Familienrabatt.»

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