Solothurn

Weitere Fasnachtsära geht zu Ende

Heute Ruhetag: Die jetzige Schliessung soll nicht die Endgültige sein, doch lange wird Lilli Von Allmen den Betrieb nicht mehr führen.  (Bild: Maddalena Tomazzoli Huber)

Steinbock

Heute Ruhetag: Die jetzige Schliessung soll nicht die Endgültige sein, doch lange wird Lilli Von Allmen den Betrieb nicht mehr führen. (Bild: Maddalena Tomazzoli Huber)

Acht Jahre haben Lilli und Jörg von Allmen den «Steinbock» in der Solothurner Vorstadt geführt. Nun ist Schluss. Ein herber Schlag für die Stammgäste – und auch für die Fasnacht in der Vorstadt.

Regula Bättig

Der «Steinbock» ist zu. Nur vorübergehend zwar, dennoch werden Stammgäste ihr Feierabendbier nicht mehr allzu lange bei Wirtin Lilli von Allmen bestellen können. Für das kleine Restaurant in der Solothurner Vorstadt wird nämlich ein neuer Pächter gesucht: «ab sofort oder nach Vereinbarung» steht im Inserat. «Der Schlussstrich wäre so oder so gekommen - wenn nicht jetzt, dann vielleicht in einem Jahr», sagt Jörg von Allmen, der mit seiner Frau den Steinbock führt. Oder, wie man bald sagen wird: «geführt hat». «So etwas tut weh, ganz klar», sagt von Allmen. Der Betrieb des Restaurants Steinbock sei die ganzen acht Jahre gut gelaufen. «Aber wir müssen diesen Schritt machen.» Und das lieber noch heute als erst morgen, wie er durchblicken lässt.

Situation wurde nicht einfacher

«Vor allem für meine Frau wird das Ganze einfach zu viel», erklärt er, wenn er nach den Beweggründen gefragt wird. Denn nebst dem von Lilli von Allmen geführten «Steinbock», ist da noch das Restaurant Krone in Derendingen. «Künftig werden wir uns ganz auf die ‹Krone› konzentrieren», erklärt der 54-Jährige. Die Möglichkeiten seien in dem weitaus grösseren Restaurant einfach besser. «Gerade in der jetzigen wirtschaftlich nicht einfachen Zeit». Dass mit der Sperrung der Wengibrücke und dem Rauchverbot die Situation für den «Steinbock» ebenfalls nicht einfacher geworden sei, habe sicher auch eine gewisse Rolle gespielt.

Viel ins Restaurant reingesteckt

«Eigentlich kann es mir ja egal sein, was mit dem Lokal passiert», sagt von Allmen. Wenn der Steinbock zu einer Imbissbude werde, «dann sei das halt so». Dennoch würde er es sehr begrüssen, wenn das Restaurant im gleichen Stil weitergeführt würde. Zum einen für die treuen Stammgäste, die ihr Feierabendbier weiterhin im «Steinbock» trinken könnten. Aber auch ein bisschen für sich persönlich. Schliesslich hat das Ehepaar viel in das Restaurant reingesteckt: Zeit, Geld und Herzblut. «Wenn ich mir das Lokal jetzt so anschaue, kann ich sagen: Doch, man darf es sich anschauen.»

Verlust für die Fasnächtler

Das Bedauern über den Entscheid ist auch bei den Fasnächtlern gross. «Schade, das ist ein Verlust für die Vorstadt», sagt Elmar Oberer, Ober der Vorstadtzunft. Denn in den letzten Jahren habe sich der «Steinbock» mehr und mehr zu einem Zentrum der Vorstadt-Fasnacht entwickelt. «Es wäre natürlich schön, wenn der neue Pächter da anknüpfen würde.» Denn die klassischen «Fasnachtsbeizen», die werden nicht mehr. Die Nachricht, dass im «Steinbock» ein Pächterwechsel ansteht, trifft Oberer allerdings nicht ganz unvorbereitet. Gerüchte-halber sei schon davon die Rede gewesen. «Und als ich nun gesehen habe, dass der Steinbock geschlossen ist, obwohl eigentlich keine Ferien geplant waren, habe ich angenommen, dass es nun so weit ist.»

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