Weisses Pulver gegen Flammen

Am Anfang einer Karriereleiter in der Feuerwehr steht der Gruppenführer. Die Ausbildung ist intensiv, beinhaltet viel Theorie und Praxis. In dieser Woche bietet die AGV einen Kurs an.

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Weisses Pulver gegen Flammen

Weisses Pulver gegen Flammen

Peter Rombach

Die Rheinfelder gewähren der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) gerne das Gastrecht, kümmern sich um Logistik, Material und natürlich Übungsobjekte. Feuerwehrinstruktor Urs Ribi ist mit der Betreuung der 69 Teilnehmenden, darunter drei Frauen, vollauf zufrieden. Dass ein künftiger Gruppenführer nicht nur führen, sondern auch handeln muss, verdeutlichten gestern Vor-Ort-Termine mit dem Kurskommandanten André Baur.

Auf dem Areal der ehemaligen Brauerei Cardinal standen mehrere mit Gas betriebene Anlagen, die unterschiedlichste Flammen erzeugten. Damit wurden brennendes Holz, Öl, Gas oder glimmende Elektrogeräte simuliert. Für die Übenden bestand die Aufgabe darin, nicht nur Sicherungsleitungen zu verlegen, sondern auch Brandklassen und damit verbunden das richtige Löschmittel einzusetzen, also Wasser, Schaum oder Pulver. Zur Überraschung der Schaulustigen zeigte sich, dass die alte Kübelspritze noch längst nicht ausgedient hat, dass sie sich speziell im Einsatz gegen Klein- oder Entstehungsbrände eignet.

Die Öffentlichkeit bewusst gesucht

Den Kursverantwortlichen erschien es wichtig, dass in aller Öffentlichkeit geübt wird. «Die Feuerwehren brauchen sich nicht zu verstecken», meinte Urs Ribi vom AGV. Dem pflichtete auch Rainer Porschien bei, Kommandant der Feuerwehr Rheinfelden, der die verschiedenen «Arbeitsplätze» für den Gruppenführerkurs ausgewählt hatte und so mit seinem Team wertvolle Schützenhilfe leistete. Aktionen gab es auch im Engerfeld und Augarten, am Haldenweg oder im Landwirtschaftsbetrieb Roduner.

«Die Leute sind sehr motiviert, erkennen die Bedeutung der Weiterbildung und zeigen so ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen», spendete Kurskommandant André Baur reichlich Lob. Ein reiner Spaziergang war es jedenfalls nicht, denn neben Lektionen in Menschenführung, Flashover, Einsatz von Schiebeleitern oder Erstellen einer Druckleitung beinhaltete das Ausbildungsprogramm auch Arbeitsplatzorganisation, Selbstrettung, Einsatz eines Tanklöschfahrzeugs, Schaumeinsatz, Nasslöschparcours oder Retten von steigunfähigen Personen. Feuerwehrtaktik fehlte ebenso wenig wie ein dreifacher Löschangriff. Beeindruckt von den Demonstrationen zeigten sich Stadtammann Franco Mazzi und Stadtschreiber Roger Erdin, die sich von der Einsatzfreude der Kursabsolventen überzeugten.