Weissenstein
Weissenstein: Politiker platzt der Kragen

Nun wird es selbst den Politikern zu bunt: Der Bund müsse jetzt rasch entscheiden, wie es mit der Bahn auf den Weissenstein weitergehen soll. Das fordern die Solothurner Ständeräte.

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Auf dem Dach des Bahnhofs Oberdorf ist eine Gondel der geplanten neuen Seilbahn ausgestellt. Ausstellung von alten und neuen Tragseilen im Billetschalter-Raum.

Auf dem Dach des Bahnhofs Oberdorf ist eine Gondel der geplanten neuen Seilbahn ausgestellt. Ausstellung von alten und neuen Tragseilen im Billetschalter-Raum.

Solothurner Zeitung

Theodor Eckert

Der Solothurner Hausberg Weissenstein ist bloss noch wegen des unmöglichen Gezänks zwischen den Gruppierungen Pro Sesseli und Pro Gondeli ein Thema. Traurig, nichts geht mehr, nichts fährt mehr. Die gut gemeinte Übergangslösung mit einem Postautobetrieb am Wochenende kommt einem Druckverband bei einer arteriellen Verletzung gleich. Der Patient verblutet nicht sofort, aber richtig versorgt ist er deshalb noch lange nicht.

Das hat auch «Medizinmann» Rolf Büttiker erkannt. Dem Solothurner FDP-Ständerat ist nun der Kragen geplatzt. Am kommenden Montag reicht er in der kleinen Kammer eine Interpellation ein. Die Stossrichtung lautet «Weissenstein retten».

Nicht länger zusehen

Mit im Boot ist auch der zweite Solothurner Ständerat Roberto Zanetti. Wir haben es sozusagen mit einer «Standes-Interpellation» zu tun. Auch der SP-Mann mag dem Trauerspiel nicht mehr länger tatenlos zusehen. Büttiker, Mitglied der ständerätlichen Verkehrskommission, gibt sich kämpferisch, wie zu seinen besten Zeiten: «Der Bundesrat muss in dieser Sache endlich ein Machtwort sprechen.»

Es gehe einfach nicht an, dass sich die verschiedenen Bundesämter gegenseitig Steine in den Weg legten und einen Entscheid hinauszögerten. Und das sei noch eine anständige Formulierung, betont der Politfuchs.

Kein Ende

Damit spielt er auf die Endlosschlaufe «Baubewilligung neue Gondelbahn» an. In der Tat dreht sich der Hamster schon seit einiger Zeit im Rad. Die Seilbahn Weissenstein AG will eine neue Bahn bauen, und die Opposition Pro Sesseli beharrt darauf, die alte Bahn zu renovieren und danach den Betrieb damit wieder aufzunehmen. Der Weg durch die Instanzen scheint kein Ende zu nehmen, und der Bund ist offenbar paralysiert.

Im Ständerat sei er verschiedentlich auf diese Problematik angesprochen worden, erzählt Büttiker. Büttiker geht davon aus, dass der Vorstoss in der Dezember-Session bereits behandelt wird. Auch Kurt Fluri, FDP-Nationalrat und Stadtpräsident von Solothurn, will die Fragestunde seines Rates nutzen, um etwas Klarheit in diese verworrene Angelegenheit zu bringen.