Weisskopfsaki
Weisse Haartracht zeichnet sie aus

Im Basler Zolli freut man sich über attraktiven Nachwuchs im Affenhaus. Im langhaarigen Fell der Weisskopfsaki-Mutter verbirgt sich ein winziges Jungtier, und bei den Lisztäffchen haben sich gar Zwillinge eingestellt.

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Zwillinge

Zwillinge

bz Basellandschaftliche Zeitung

Stefy Plattner

Das Intereresse galt gestern im Basler Zolli jenen Lebewesen, deren Verhalten für uns Menschen besonders bedeutsam ist, den Affen. Zollidirektor Olivier Pagan freute sich wie gewohnt, zur Orientierung zahlreiche Medienvertreter begrüssen zu dürfen.

Obgleich der Teil des Affenhauses mit den Menschenaffen die meisten Besucher anzieht, bietet der helle Trakt mit den verschiedenen kleineren Arten ebenso viele interessante Attraktionen und Beobachtungsmöglichkeiten. Das beginnt schon bei der vorgelagerten, reich bepflanzten Halbinsel, wo sich beispielsweise die putzigen Totenkopfäffchen und die molligen Wollaffen aufhalten, die sich mit ihrem kräftigen Greifschwanz in den Baumwipfeln von Ast zu Ast schwingen.

Gegenwärtig sorgen aber die zu den Krallenäffchen gehörenden kleinen Lisztäffchen für eine Überraschung. Überaschend ist zwar nicht die bei dieser Art übliche Zwillingsgeburt, als vielmehr der Zeitpunkt ihrer «Ankunft».

Gemäss den Erläuterungen von Kurator Jakob Huber ist nämlich im März dieses Jahres ein sechsjähriges Weibchen aus dem Zoo Salzburg in Basel eingetroffen, das sich schon während der Quarantäne freundschaftlich mit den beiden Basler Männchen verhielt. Seit ihrer Zusammenführung am 5. April bilden die drei Kleinaffen ein harmonisches Trio, das jetzt durch die Geburt von Zwillingen am 10. April zu einem Quintett geworden ist.

Schwanger eingetroffen

Das Weibchen ist also bereits schwanger in Basel eingetroffen, es kommt keiner der beiden anwesenden Männer als Vater in Betracht. Gleichwohl bemühen sich beide liebevoll um die Jungtiere, indem sie diese betreuen und auf dem Rücken herumtragen, wie es bei dieser Tierart so üblich ist, denn die Mutter übernimmt die Jungen nach zwei Wochen nur noch zum Säugen.

Man kann die beiden jungen Äffchen jetzt bereits im Spiel mit ihren Adoptivvätern und als kleine Reiter beobachten. Ihren Namen verdanken die Lisztäffchen ihrem mächtigen schneeweissen Haarschopf, der an den berühmten Komponisten Franz Liszt erinnert und Signalwirkung besitzt.

Siebtes Kind geboren

Gleichfalls mit weissem Haarschmuck präsentieren sich die in den Regenwäldern Brasiliens beheimateten Weisskopfsakis. Eine solch weisse charakteristische Maske umrahmt denn auch das Gesicht des bereits 25-jährigen Patric im Zolli. Er ist erst 2003 in Basel mit der zehnjährigen Dame Mop zusammengeführt worden, wobei sich die beiden bestens vertrugen, mit dem Resultat, dass Mop jetzt am 21. April ihr siebtes Kind zur Welt gebracht hat.

Nach dem bereits 2003 erfolgten Tod des ersten Kindes und zwei weiteren Totgeburten ist dieses am 21. April geborene Buschi ihr viertes Kind, das gesund heranwächst. Innerhalb von sechs Jahren eine gewaltige Leistung!

Mop ist eine äusserst besorgte Mutter und trägt ihr Kind gut versteckt in den langen Haaren ihres Körpers. Um es zu entdecken, braucht es nicht nur gute Augen, sondern auch viel Geduld. Aus diesem Grund war es auch noch nicht möglich, das Geschlecht zu bestimmen. Sicher wird es aber im G-Jahr einen Namen mit G bekommen.

Falls das Junge ein Männchen ist, wird es etwa im dritten Lebensmonat seine weisse Gesichtsmaske entwickeln. Zusammen mit den bisherigen Töchtern umfasst die Familie jetzt sechs Mitglieder. Die in Guyana und Venezuela in den Regenwäldern lebenden Weisskopfsakis sind seltene Zootiere und werden im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms verzeichnet und koordiniert.

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