Nach einem Deichbruch bei Plock, rund 100 Kilometer von Warschau, wurden bisher 18 Ortschaften überflutet. Unter Wasser steht polnischen Medien zufolge ein Gebiet von rund 8000 Hektaren.

Um weitere bedrohte Orte zu schützen, wurde der Deich an mehreren Stellen gesprengt, berichtete der Fernsehsender TVN24. Die Behörden erhoffen sich von dieser Massnahme, dass die Weichsel in ihr Flussbett zurückfliesst.

Aus der Krisenregion müssen etwa 4000 Menschen und 5000 Tiere in Sicherheit gebracht werden. Im schlimmsten Fall könnten sogar 10'000 Einwohner der Gemeinden Gabin und Slubice gefährdet sein, sagte die Sprecherin des zentralpolnischen Verwaltungsbezirks Mazowsze, Ivetta Bialy. Die meisten Menschen wollen aber in ihren Häusern bleiben, weil sie Einbrüche befürchten.

Die Wassermassen hatten den Deich am Sonntag in Swiniary bei Plock am Linksufer der Weichsel durchbrochen. Durch das fast 200 Meter lange Loch strömten 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Um das Wasser zu stoppen, wurden in der Nacht 32 Tonnen Schutt abgeworfen.

Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten sowie mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. Auch in Warschau ist die Lage weiterhin angespannt. Wegen Hochwassergefahr wurden 120 Schulen und Kindergärten geschlossen.