Der festgenommene Täter habe "das Profil eines Psychopathen" und sei offenbar in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden, hiess es in der Nacht zum Montag aus Ermittlerkreisen. Die Motivation des Mannes, der in den 90er Jahren als Straftäter bei der Polizei auffällig geworden war, sei noch unklar.

Am Sonntagabend hatte der Mann seinen Wagen an mehreren Stellen in der Innenstadt von Dijon absichtlich in Fussgängergruppen gesteuert, wie das Innenministerium mitteilte. Zwei Menschen wurden laut der Polizei schwer verletzt, neun weitere leicht. Die Angriffe mit dem Auto dauerten eine halbe Stunde lang, bis der Mann von der Polizei nach einer Verfolgungsjagd festgenommen werden konnte. Innenminister Bernard Cazeneuve wollte sich am Montag in Dijon zu der Tat äussern.

Der Täter rief laut Augenzeugen bei seinen Angriffen nicht nur "Allahu Akbar" ("Gott ist gross"), er trug auch ein langes, traditionelles arabisches Gewand. Zudem soll er seine Angriffe damit begründet haben, dass er für "die Kinder Palästinas" handle.

Anders als bisher in Dijon scheint sich im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours ein islamistischer Hintergrund für die Attacke auf drei Polizisten am Samstag zu bestätigen. Dort war ein etwa 20-jähriger aus Burundi stammender Mann in einem Polizeikommissariat mit einem Messer auf die Beamten losgegangen und hatte ebenfalls "Allahu Akbar" gerufen. Der zum Islam konvertierte Täter, der von der Polizei erschossen wurde, hatte kurz vor der Tat das Bild einer Fahne der in Syrien und im Irak kämpfenden Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

Die Ermittlungen zum Fall in Joué-lès-Tours übernahm die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft. Unklar war, ob der Mann aus eigenem Antrieb oder auf Anweisung handelte. Die Vereinigung der Moscheen Frankreichs (UMF) verurteilte die Tat.

Die islamistische Miliz IS fordert ihre Anhänger seit Monaten zu Anschlägen in Europa oder den USA auf. Frankreich, das sich an der US-geführten Koalition gegen den IS mit Luftangriffen im Irak beteiligt, wurde mehrfach explizit als Ziel genannt. Dabei hatten die Extremisten auch darauf hingewiesen, dass für derartige Angriffe keine ausgefeilten Anschlagspläne nötig seien, sondern dass ein Messer oder ein Auto als Waffe genügten.