Wegen Internet: Jugendliche Sexdelikte immer häufiger

Sexualität

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Der Anteil jugendlicher Sexualstraftäter hat sich in der Schweiz in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Das geht aus der neusten Statistik der Schweizer Opferberatungsstelle Castagna hervor.

Die Castagna berät jährlich rund 1000 Opfer von Sexualdelikten aus der ganzen Schweiz. Die Experten ermitteln dabei auch das Alter der Täter. Die neue Statistik zeigt: Der Anteil der Täter, die unter 18 Jahre alt sind, steigt stark an. Zwischen 2004 und 2009 ist die Zahl von 9.6 Prozent auf 19.3 Prozent angestiegen. Das entspricht einer Verdoppelung innert nur fünf Jahren. Die Experten gehen von einer grossen Dunkelziffer aus. Dies berichtet «10vor10» in seiner Montags-Ausgabe.

Die Leiterin der Opferhilfestelle, Regula Schwager, ist alarmiert. Denn ein Ende des Trends sei nicht abzusehen. «Die Gewalt unter Jugendlichen nimmt generell massiv zu. In diesem Umfeld nimmt auch die sexuelle Gewalt zu», sagt Schwager in der Sendung «10vor10». Opfer seien oft sehr junge Mädchen. Cornelia Bessler vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie interpretiert die neuen Zahlen vorsichtig. Doch auch sie stellt eine Veränderung des jugendlichen Sexualverhaltens fest.

Gruppensex schon mit 17 Jahren

«Die Jungen von heute sind früher sexuell aktiv», sagt Bessler. Sie beobachtet, dass Junge öfter Gruppensex haben als früher. Dabei würden sie Praktiken nachahmen, die sie im Internet sehen. Bei den so genannten Gang Bangs käme es leicht zu Übergriffen. «Die Täter merken oft nicht, was in den Opfern abgeht.»

Opferberaterin Regula Schwager ruft die Erwachsenen zu mehr Verantwortung auf: «Ich wünsche mir eine Sensibilisierung. Wir müssen wieder mehr hinschauen.»

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