«Wegen des bisschen Regens machen wir nicht schlapp»

Andrea Bas und ihre Kinder passen sich der kühlen Witterung auf dem Campingplatz in Tennwil an; am Freitag gab es zum Zmittag beispielsweise ein Käse-Fondue

Drucken
Zelten in Tennwil

Zelten in Tennwil

Aargauer Zeitung

Margrit Rüetschi

Andrea Bas liebt das mediterrane Klima. Das Wetter beim Besuch der AZ am letzten Freitag war jedoch nicht gerade südlich warm. Während vieler Jahre hat die heute 45-Jährige aus Menziken in Denia an der Costa Blanca in Spanien gelebt, dort sogar ein eigenes Restaurant geführt. Alljährlich geniesst die Familie die letzten Sommerstunden in den Herbstferien an der Costa Blanca, die Sommermonate auf dem Campingplatz Tennwil möchte sie jedoch nicht mehr missen.

Satellitenschüssel macht schlapp

Der heftige Regen an diesem Tag mochte die braun gebrannte Mutter und ihre ebenso sonnengebräunten Kinder, die achtjährigen Zwillinge Can und Cem und die 6-jährige Leyla, nicht erschüttern. Zum Zmittag gab es ein Fertig-Fondue, jetzt machen sich die Zwillinge, mit Regenjacken bekleidet, zum angekündigten Zeltplatz-Dart-Turnier auf. Die zukünftige Abc-Schützin Leyla macht es sich auf dem Elternbett im Wohnwagen gemütlich. Bis die Satellitenschüssel wegen des heftigen Regens schlappmacht, ist Held «Zorro» im Fernsehen angesagt. Auf dem Stoffdach trommelt lustig der Regen. Durchhalten um jeden Preis, das ist die Devise. «Wegen des bisschen Regens machen wir doch nicht schlapp», lacht Andrea Bas.

Wegen einer kürzlich erfolgten Rückenoperation muss sie ihren Aktionsradius momentan ohnehin ein bisschen einschränken. Glücklich ist sie über den im Spital Menziken eingebauten Strom-Sensor gegen die starken Schmerzen, die sie in den letzten Jahren aushalten musste. «Die Lebensqualität ist zurückgekehrt», freut sich die Mutter von sechs Kindern. Jetzt kann sie die Ferien auf dem Campinglatz wieder doppelt geniessen. Seit vier Jahren nimmt Andrea Bas die gute Infrastruktur des Campingplatzes Tennwil mit Kiosk, Lädeli, Waschküche, Restaurant in Anspruch. Vorerst bloss in einem (ausgeliehenen) Zelt auf den Geschmack gekommen, konnte die Familie für einen Pappenstiel den geräumigen Wohnwagen auf dem Standplatz Tennwil kaufen. Wenn es seine Schichteinteilung bei einer Firma in Dürrenäsch erlaubt, ist auch Levent, der 38-jährige Ehemann von Andrea Bas, auf dem Zeltplatz anzutreffen.

Die Saison beginnt am Karfreitag

«Während des Winters dürfen die Wohnwagen auf dem Platz bleiben», erklärt Andrea Bas. «Lediglich das Vorzelt wird ins Innere des Wagens geräumt.» Wenn immer möglich starten die Wohnwagen-Besitzer die Sommersaison zusammen mit den Zeltlern am Karfreitag, erfährt man.

Langweilig wird es der Familie nie. Die Kinder dürfen sich frei bewegen, gewisse Fixpunkte müssen eingehalten werden. «Bis zum Kiosk» heisst es bezüglich Aktionsradius auf dem Platz. «Bis zum weissen Schild» ist die Devise punkto Schwimmen im See.

«Die Seele baumeln lassen, lesen» heisst es für die Mutter. Esoterische Bücher seien ihre Lieblingslektüre, lacht sie. Manchmal sei auch das Legen von Tarot-Karten angesagt. Für sich selber praktiziere sie dies jeden Tag, wenn sie jemand darum bitte, lege sie die Karten auch für die Zeltplatz-Bewohner. «Wir sind ein eingeschweisstes Grüppchen auf dem Platz, das sich für solch magische Dinge interessiert», sagt sie.

Dann gibts einen «Tschau Sepp»

Im dichten Regen kommen die Zwillinge angerauscht. Sie schwenken die Trophäen, die sie beim Dart-Spiel gewonnen haben. Ein Rucksack für den einen, ein Jasskarten-Set für den anderen hat herausgeschaut. Anstatt Tarot-Legen ist jetzt ein anderes Spiel angesagt. «Jetzt zeige ich euch, wie man Tschau- Sepp spielt», schmunzelt die Mutter und räumt den Esstisch im Vorzelt für das Kartenspiel der anderen Art auf.

Aktuelle Nachrichten