Rudolf-Steiner-Schule Pratteln
Weg mit baufälligem Schulhaus

Die Fricktaler Rudolf-Steiner-Schüler gehen in Pratteln zur Schule. Nun soll der Altbau ihrer Schule auf dem Mayenfels ein für allemal weg. Die Schule in Pratteln reicht beim Kanton das Baugesuch ein – und stellt das Projekt vor.

Drucken
Rudolf Steiner Schule Pratteln

Rudolf Steiner Schule Pratteln

Aargauer Zeitung

Muriel Mercier

Die 210 Schülerinnen und Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Mayenfels in Pratteln können bald - geplant ist ab Mitte 2011 - in einem neuen Schulhaus Franzwörtchen büffeln und Wahrscheinlichkeitsrechnungen lösen. Die Schulleitung reicht nämlich diese Woche beim Kanton das Baugesuch für einen Neubau östlich des Schlosses Mayenfels ein. Hauptgründe für den unabdingbaren Bau seien unter anderem die Raumnot, die herrsche, seit 1974 die ersten Steiner-Schüler im Schloss Mayenfels unterrichtet wurden, begründet Joachim Pfeffinger, Präsident des Schulvereins, das Bauvorhaben. «Die Zimmer sind zu klein, die Räume abbruchreif, und ein Saal mit einer Bühne, in welchem Eltern Aufführungen ihrer Kinder besuchen können, fehlt gänzlich.» Im geplanten Schulkomplex sollen neben Klassenzimmern Eurythmie-Räume und Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht entstehen.

Historie des Geländes nicht stören

Wie der rote Holzpavillon der Rudolf-Steiner-Schule von heute in naher Zukunft aussehen soll, sieht Architekt Harry Wehner genau vor Augen. «Der Neubau wird südöstlich des Schlosses Mayenfels gebaut, damit die Sonne in die Klassenzimmer scheint.» Er solle sich schmal machen, sich «nicht so wichtig fühlen wie das Schloss nebenan». Das Konzept des «unscheinbaren» Schulhauses umsetzen will Wehner, indem er es den Hang hinauf gestaltet. Auch die neue Aula entspricht vollumfänglich den Vorstellungen der Mayenfelser Schulleitung: 185 Leute werden einen Sitzplatz finden - wenn nötig können gar die Trennwände zu den Eurythmieräumen geöffnet werden, sodass knapp 300 Personen in den Saal passen.

Vor drei Jahren wurde - und dies nicht zum ersten Mal - der Anlauf zum Neubauprojekt unternommen. Der Schulverein trat in engen Kontakt mit der Gemeinde und dem Kanton - besonders mit der Denkmalpflege - und arbeitete an den Voraussetzungen für den neuen Schulhauskomplex. «Unter anderem ist uns sehr wichtig, dass das historische Ensemble zwischen Schloss und Park nicht zerstört wird», erklärt der Mayenfelser Schulleiter Christian Ammon. Auf eine Ausschreibung des Projekts meldeten neun Architekturbüros ihr Interesse an - das deutsche Büro Bauatelier machte das Rennen. Wehner habe bereits Erfahrung mit dem Bau von Steiner-Schulen, begründet Ammon die Wahl.

Einzug im Sommer 2011

Die Finanzierung des geplanten Neubaus ist heute zwar noch unklar - sie sieht aber nicht schlecht aus. Der Kostenrahmen geht von einem Betrag um 8 Millionen Franken aus. 2,4 Millionen begleicht die Schulgemeinschaft, und aufgrund zugesicherter Hypotheken existiert momentan eine Finanzierungslücke von rund 1,4 Millionen Franken. Der Schulverein sucht dafür nun Finanzgeber. Die Projektleiter haben zum Ziel, bis Ende Jahr die Finanzierung unter Dach und Fach zu haben, sodass im Frühling 2010 der Bau beginnen kann und die Schüler ab Sommer 2011 im neuen Schulhaus unterrichtet werden. Das Zeitfenster sei zwar lange, erklärt Wehner. Aber: «Beim Bau von Rudolf- Steiner-Schulen helfen Eltern immer mit. Sie können gegen Ende der Bauzeit Malerarbeiten übernehmen oder Parkette schleifen.»

Bauleiter Paul Spinnler freut sich auf die kommenden zwei Jahre: «Das neue Schulhaus wird eine Herausforderung.» Schliesslich würde er nicht jeden Tag für ein solches Projekt angefragt. «Aber ich freue mich, in dieser schönen Umgebung einen Neubau leiten zu können.»

Aktuelle Nachrichten