WC-Attacke auf Spreitenbacher Gemeindeammann

Auf das Büro des Gemeindeammanns von Spreitenbach wurde eine Gülleattacke verübt. Der Täter war ein Mann, der mit einem Entscheid des Gemeinderats nicht einverstanden war.

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Exkremente auf dem Arbeitsplatz

Exkremente auf dem Arbeitsplatz

Dieter Minder

«Das war richtig abartig», kommentiert der Spreitenbacher Gemeindeammann Josef Bütler den Zustand seines Büros. Ein Mann hatte den Inhalt eines chemischen WCs über die Akten, den Computer und die Büromöbel ausgeschüttet. «Es hat grauenhaft gestunken, wir mussten alles entsorgen», sagt Bütler. Der Täter war ein Mann, der mit einem Entscheid des Gemeinderates nicht einverstanden war. «Der Mann sitzt in Untersuchungshaft», bestätigte Christoph Decker, Stellvertretender Bezirksamtmann des Bezirks Baden. Er muss die Hintergründe und das Motiv abklären: «Es handelt sich um einen schwerwiegenden Tatbestand.»

«Der Täter ist eine Person, die ihren Wohnsitz nicht in Spreitenbach hat», sagt Bütler. Weil er sich meist in Spreitenbach aufhielt, musste die Gemeinde sich mit ihm befassen. In der Folge fällte der Gemeinderat einen finanziellen Entscheid, mit dem der Betroffene nicht einverstanden war. «Bei Personen, deren Wohnsitz nicht bekannt ist, kann eine Gemeinde zur finanziellen Unterstützung verpflichtet werden, bis klar ist, welche Gemeinde zuständig ist», so Decker.

Für Bütler ist das ein schrecklicher Vorfall. In Spreitenbach gilt das Prinzip der offenen Verwaltung. «Wer zum Gemeindeammann will, findet eine offene Tür», sagt er. Doch damit ist es nun zu Ende. Die Türfalle zu seinem Büro wird durch einen Knauf ersetzt. Die Zeit des freien Zutritts zum Gemeindeammann ist vorbei.