Wasserspass im Park für die Kleinen

Mitarbeiter der Stadtgärtnerei bereiten an heissen Sommertagen morgens 15 Becken für die Wasserratten vor.

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Kannenfeldpark_dsc.jpg

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Joel Vogt

Noch ist es ruhig im Kannenfeldpark. Jogger und Joggerinnen ziehen ungestört ihre morgendlichen Runden, und bloss auf den Spielanlagen tummeln sich ein paar wenige Kinder. Ein Mitarbeiter der Stadtgärtnerei kümmert sich derweil um das Planschbecken. Wenn das Wetter danach ruft, werden die 15 Becken in der ganzen Stadt morgens für ihre Besucher vorbereitet. Das alte Wasser wird abgelassen, das Becken gereinigt und neues Wasser eingefüllt. Die Gärtner haben im Sommer generell viel zu tun, aber dennoch werden die Planschbecken als erste behandelt. Dann kann sich nämlich das frische Wasser lange genug erwärmen.

Keine Filteranlagen

Der Austausch des Wassers ist nötig, weil die Planschbecken über keine Filteranlagen verfügen. Bei den verhältnismässig kleinen Wassermengen ist der Umgang mit den entsprechenden Chemikalien sehr heikel. Die Leiterin des Grünflächenunterhalts der Stadtgärtnerei, Yvonne Aellen, weiss auch von niemandem zu berichten, der deswegen von einem Besuch im Planschbecken gesundheitliche Schäden davontrug. Sie wies viel eher darauf hin, dass bei einem Einsatz von Chemikalien dieser stets überwacht werden muss und dass zum Beispiel Chlor im Wasser zu geröteten Augen führen kann.

Die Idee, in den Basler Parks Planschbecken zu erstellen, stammt aus der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Der damalige Stadtgärtner Richard Arioli wollte damit der Stadtbevölkerung eine Möglichkeit schaffen, sich kostenlos und in der unmittelbaren Nachbarschaft erfrischen zu können. Das Becken im Kannenfeldpark entstand anfangs der 1950er Jahre, als der damalige Friedhof aufgehoben und als Parkanlage für die Bevölkerung geöffnet wurde. Der Zahn der Zeit hat jedoch am Becken genagt. Risse führen dazu, dass Wasser ausläuft. Im Rahmen einer Umgestaltung des Parks wird das Becken Mitte September 2009 abgerissen und durch eine modernere Anlage ersetzt.

Die moderneren Becken, die beispielsweise auf der Claramatte zu sehen sind, heben sich nur schon rein optisch deutlich von den schlichten Anlagen aus der Nachkriegszeit ab. Dank neuen Bautechniken sind völlig andere Formen möglich, und aufgrund gesetzlicher Vorschriften dürfen Planschbecken nicht mehr tiefer als 20 Zentimeter sein. Die scharfen Absätze am Beckenrand weichen einem sanften Übergang ins immer tiefer werdende Wasser.

Planschbecken mit Lerneffekt

Im Vergleich zum Kannenfeldpark ist es an diesem lauschigen Sommervormittag auf der Claramatte schon einiges betriebsamer. Während ein paar Kinder sich erst noch mit der Materie vertraut machen müssen, werfen einige ihre Spielsachen ins Wasser und stürzen sich gleich hinterher. Ob die Kleinen wissen, was die Rinne am Beckenrand zu bedeuten hat? Eines Tages werden sie vielleicht sich in der Schule daran erinnern, denn es ist der Rhein, dessen Verlauf hier auf dem Boden eingeritzt ist. Wenn das Becken nicht gerade ganz gefüllt ist, läuft wenigstens in dieser Rinne das Wasser - von der Oberalp an der Claramatte vorbei, bis nach Rotterdam.

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