Natur

Wasserscheuer Schwan findet im Tierpark Goldau Spass am Schwimmen

Der Schwan musste an seine Artgenossen gewöhnt werden.

Der Schwan musste an seine Artgenossen gewöhnt werden.

Im Tierpark Goldau ist ein in einer Wohnung aufgezogener Schwan, der festen Boden dem Wasser vorzog und die Menschen für seine Artgenossen hielt, erfolgreich in seine natürliche Umgebung überführt worden.

Die ersten Lebenswochen des Höckerschwans seien nicht artgerecht gewesen, teilte der Tierpark am Dienstag mit. Kurz bevor er geschlüpft sei, sei das Ei aus einem Nest an einem Mittellandsee entwendet und in einer Wohnung ausgebrütet worden.

Das Schwanenküken wuchs folglich nicht auf dem Wasser, sondern in einer Wohnung auf. Weil das frisch geschlüpfte Tier nur mit Menschen in Kontakt war, wurde es auf diese geprägt und betrachtete diese als seine Artgenossen.

Die Zieheltern merkten schliesslich, dass ein Schwan nicht in eine Wohnung gehört und brachten ihn in eine Pflegestation. Dort wurde versucht, das Jungtier so gross zu ziehen, dass es im Sommer in die Natur hätte entlassen werden können.

Die Auswilderung scheiterte aber. Statt im See zu schwimmen, watschelte der wasserungewohnte und deshalb wasserscheue Höckerschwan lieber seinen vermeintlichen Artgenossen, den Spaziergängern, hinterher. Der Vogel kam deshalb in den Tierpark Goldau.

Der Tierpark quartierte den Höckerschwan in ein Gehege ohne Menschenkontakt ein. Die Gesellschaft der anderen Wasservögel habe ihn beruhigt, schreibt der Tierpark. Nach kurzer Zeit habe er begriffen, dass seine grossen Flossenfüsse für die Fortbewegung auf dem Wasser geeigneter seien als für die auf dem Land.

Heute lebt der Höckerschwan im Tierpark am und auf dem grossen Blauweiher, wo er sich mit einem südamerikanischen Coscorobaschwan zusammentat. Der Coscorobaschwan, der deutlich kleiner ist als ein Höckerschwan, gewöhnte sich schnell an seinen zwar jungen, aber grossen Verwandten, wie der Tierpark weiter mitteilte.

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