Baslerweiher
Wasser-Idyll wechselt den Kanton

Der Baslerweiher in Seewen ist neu der grösste See des Kantons Solothurn. Basel-Stadt als bisheriger Eigentümer hat den geschichtsträchtigen und idyllischen Stausee offiziell an Solothurn übergeben.

Drucken
Teilen
Baslerweiher

Baslerweiher

bz Basellandschaftliche Zeitung

Hans-Martin Jermann

Es kommt nicht alle Tage vor, dass 45 Hektaren Land den Kanton wechseln - und das erst noch gratis: Für den symbolischen Preis von 27 Franken sind gestern der unter Naturschutz stehende Baslerweiher in Seewen sowie mehrere Grundstücke im Versickerungsgebiet Seeboden vom Kanton Basel-Stadt an Solothurn übergegangen. «Haben wir uns die Schenkung gut überlegt?», fragte die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog bei der Übergabe ihre Mitarbeiter der Immobilienverwaltung und der Industriellen Werke (IWB). «Es ist wunderschön hier», stellte sie mit Blick über den Schilfgürtel auf den See und die badenden Enten fest.

«Da musste was faul sein»

Trinkwasser für Basel

Der Baslerweiher in Seewen am Dorfausgang Richtung Bretzwil wurde 1870 errichtet. Der Stausee sollte helfen, die 40 Trinkwasser-Quellen unterhalb des Weihers über Versickerungen regelmässig zu versorgen. Das Quellwasser aus dem Pelzmühletal wurde via Grellingen zum Wasserturm auf dem Bruderholz geleitet - ohne, dass eine Pumpe nötig gewesen wäre. Das ausgeklügelte System sicherte der Stadt Basel rund 70 Jahre lang Trinkwasser. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verlor es an Bedeutung. (haj)

Doch ungeachtet des schelmischen Untertons in Straumanns launiger Rede wurde in Solothurn tatsächlich Kritik laut an der Übernahme des Weihers. Befürchtet wurden hohe Betriebskosten für die Pflege sowie langfristig hohe Investitionen zur Instandhaltung des künstlichen Stausees.

25 000 Franken wird der Kanton Solothurn jährlich für Unterhaltsarbeiten wie die Reinigung des Ein- und Auslaufs bezahlen, welche die IWB in seinem Auftrag ausführt. «Auch den Damm dürfen wir nicht sich selber überlassen. Sonst drohen Seewen Überschwemmungen», sagte Rolf Glünkin vom Solothurner Amt für Raumplanung. Auch in Zukunft wird der «kleine» Naturdamm - wie die grossen Stauseen in den Alpen - jährlich von einem Experten des Bundes auf seine Sicherheit überprüft.

Weiher soll erhalten bleiben

Erwägt wurde in der Ambassadorenstadt deshalb auch, den Damm rückzubauen: «Doch das hätte uns andere Probleme beschert», betont Glünkin. Der Baslerweiher ist zwar künstlich angelegt, erfüllt heute aber wichtige ökologische Funktionen als Laichplatz für Amphibien und Brutstätte für seltene Vögel. «Zudem hätten wir dann für Seewen neue Hochwasserschutzmassnahmen treffen müssen, sagt Glünkin.