Wasser fast aus der ganzen Schweiz

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Hier hat der Gast auf der Sommerterrasse reichlich Gelegenheit, beim Essen zu philosophieren und zu träumen.

Peter Belart

Der Verkehr über die neue Brücke ist an diesem warmen Ferien-Sommerabend alles andere als dicht; Motorengeräusche sind fast nur von ein paar wenigen Traktoren zu vernehmen. Keine Spur von Hektik. Die Welt am Fluss scheint sich selbst überlassen. Hohe, malerische Baumbestände, in denen das goldene Licht der untergehenden Sonne liegt. Und hier die Aare, ein paar wenige Meter noch, denn dort mündet sie in den Rhein.

Das Restaurant steht etwas erhöht, sodass ihm in der Regenzeit auch grobe Hochwasser nichts anhaben können. Und jetzt bietet sich hier, von der grossen Sonnenterrasse aus, ein beinahe unverstellter Blick auf die Flusslandschaft. Grandiose Kulisse für ein Abendessen.

Klassisch und gewagt

Sigi Cueni - ihm und seiner Frau Daniela Makoski gehört die Lokalität - stellt die Karte vor: «Der Begriff ‹Gourmet-Küche› scheint mir schon etwas gar hoch gegriffen. Aber wir sind doch bekannt für unseren Ideenreichtum und dafür, dass wir auch einmal etwas Gewagteres offerieren. Als Vorspeise zum Beispiel marinierten Lachs mit molekularem Orangenschaum. Was meinen Sie?» Neben extravaganteren Angeboten führt das Restaurant aber durchaus auch klassische Speisen. Kalbsleberli mit Butterrösti zum Beispiel oder ein währschaftes Cordon bleu von beachtlichen Ausmassen. Und Fisch - hier am Fluss eine Selbstverständlichkeit: Eglifilets, Zander; ausserdem noch Riesencrevetten.

Und der Wein? «Wir führen qualitativ hochklassige regionale Erzeugnisse von unterschiedlichen Sorten», erklärt Cueni. «Die grossen Rebflächen von Döttingen und Tegerfelden liegen ja sehr nahe.» Die Weinkarte wird komplettiert mit Erzeugnissen aus den gängigen französischen, italienischen und spanischen Anbaugebieten sowie mit Weinen aus entfernteren Provenienzen.

Es bleibt Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen. Wasser aus fast allen Kantonen der Schweiz fliesst vorbei, in gewaltigen Massen. Enorme Kräfte, die hier unaufhaltsam und immerfort wirken. Und doch geschieht das alles praktisch geräuschlos - seltsam! Nur beim Brückenpfeiler entsteht ein kleines Rauschen.

Das Essen wird serviert. Es ist wirklich ganz hervorragend zubereitet: frische Kräuter, feine Gewürze, angenehm, nicht aufdringlich. Cueni sagt: «Unter der Woche finden viele Geschäftsleute der umliegenden Firmen den Weg zu uns. An den Wochenenden kommen Ausflügler: Wanderer, Biker, Töfffahrer.»

Wunderbar präsentiert schliesslich das Dessert, diesmal ein sehr reichhaltiger Sorbetteller mit Früchten, richtig sommerlich. Dann setzt die Dämmerung ein, und die Hitze des Tages klingt ab. Silbern blinkende Streifen auf der Wasseroberfläche verraten etwas über die geheimnisvolle Strömung: mal drängend, mal gemächlich, mal beinahe verharrend, und dort beim Pfeiler sogar gegenläufig. Der Fluss ist lebendig . . .

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