Schon beinahe automatisch verriegle ich die Türen, sobald ich losfahre. Auch liegen auf meinem Beifahrersitz weder Einkaufstasche noch Handtasche herum. Die Einkäufe kommen in den Kofferraum, die Handtasche verstaue ich vor meinem Sitz.

Ausserdem versuche ich, nicht gerade mit weit geöffnetem Fenster an den Kreuzungen zu warten. Und schliesslich lasse ich mein Auto - wenn immer möglich - von einem «Carguard» überwachen. Ob Letzteres im Notfall wirklich etwas nützt, bezweifle ich zwar etwas, aber es gibt mir zumindest ein Gefühl der Sicherheit. Und ausserdem zolle ich damit der Arbeit des Parkplatz-Aufsehers Respekt, der je nach Standort zwischen 20 und 50 Dollar (4 bis 7 Franken) am Tag verdient.

Während man in der Stadt vor Diebstähle und Überfälle auf der Hut sein muss, lauert die Gefahr ausserhalb auf den Strassen und Schotterpisten selber. Denn die Disziplin namibischer Autofahrer ist nicht mit jener von uns Europäern zu vergleichen. So ist stets mit gefährlichen Überholmanövern zu rechnen, sei es vor unübersichtlichen Kurven oder Hügeln.

Was bei mir ebenfalls ein mulmiges Gefühl in der Magengegend verursacht, ist der Wildwechsel. Unvermittelt springen Kudus oder Oryxe über die Strasse oder kreuzt ein Warzenschwein die Fahrbahn. Besonders in der Dämmerung ist dies gefährlich.

Dass es sich nicht gänzlich vermeiden lässt, beim Einnachten zu fahren, musste ich letzte Woche gleich selbst erfahren. Ich war für ein verlängertes Wochenende Richtung Norden unterwegs und noch ca. 50 Kilometer von meinem Tagesziel entfernt.

Da sich ein mächtiges Gewitter zusammenbraute, wurde es von einer Sekunde auf die andere finstere Nacht. Typisch, dachte ich mir, ausgerechnet jetzt... Doch ich hatte Glück; durch den für Namibia heftigen Regen hatte sich der Verkehr derart zurückgestaut, dass ich schlussendlich beinahe im Schritttempo in die Stadt einfuhr.

Was ich daraus lernte: In Zukunft schaue ich mir vor längeren Fahrten auch die Wettervorhersage in der Zeitung etwas besser an!