Wyna
Was der Biber in Buchs zu suchen hat

Der Zusammenfluss von Wyna und Suhre beim Schwimmbad Suhr-Buchs wurde als Naturrefugium gestaltet. Die Neugestaltung zum renaturierten Gelände lockt viele Besucher an.

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Renaturierung Wyna-Suhre
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Neuer Bach
Eroberung
Biotope

Renaturierung Wyna-Suhre

Marcel Siegrist

Das Flanieren entlang dem Gewässer in Buchs ist ein Vergnügen - vor allem jetzt im Frühjahr, wenn am Bachufer mit der naturnahen Gestaltung immer wieder Neues zu entdecken ist. Fauna und Flora breiten sich immer mehr aus. Auch der Biber ist in diesem Gebiet heimisch. Angenagte Bäume sind Zeuge davon. Zurzeit werden einige neue Biotope angelegt. Sie bieten Kleinlebewesen wertvollen Lebensraum.

Der Zusammenflussbereich von Wyna und Suhre beim Schwimmbad Suhr-Buchs hat sich zu einer wertvollen Naherholungs- und Erlebniszone gewandelt. «Es wird eine eigentliche Bachauenlandschaft», hatte Pierre-Yves Christen, Leiter Sektion Gewässernutzung des Kantons Aargau, kurz vor Baubeginn im Januar 2008 erklärt und damit nicht zu viel versprochen.

Auch der Biber ist heimisch

Das renaturierte Gelände lädt Jung und Alt zur gemütlichen Rast ein. Davon zeugen Feuerstellen am Bachufer. «Das ist gut so, es ist ja kein Naturschutzgebiet. Das Gelände soll genutzt werden», betont Thomas Baumann, Vorstandsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Suhr. Nach einer Idee dieses Vereins wurde mit der Neugestaltung ein dynamischer Auenstandort von regionaler Bedeutung geschaffen.

War der Zusammenflussbereich der Wyna und Suhre früher 12 Meter breit, dehnt sich das Gewässer jetzt auf einer Breite von bis zu 60 Metern aus. Durch eine selbsttätige Seitenerosion kann sogar eine maximale Breite von 70 Metern erreicht werden. Durch die Dynamik des Wassers wird sich der Flusslauf in Zukunft immer wieder ändern. Dabei kann es zu Ufererosion, Unterspülungen und Uferabbrüchen kommen - Prozesse, die erwünscht sind.

Landschaftsprägendes Element

Der renaturierte Zusammenfluss wurde zu einem landschaftsprägenden Element mit einer Länge von rund 300 Metern. Je nach Abfluss und Geschiebetransport können sich vielfältige Strömungsmuster bilden, wodurch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Nicht zuletzt wurde durch die Renaturierung auch die Hochwassersicherheit erhöht.

Verschwunden ist das baufällige Wyna-Wehr bei der Badi, das den Aufstieg der Fische aus der Suhre in die Wyna verhinderte. Das Wehr wurde durch eine rund 100 Meter lange Blockrampe in aufgelöster Bauweise ersetzt, die fischdurchgängig ist. Fischdurchgängig ist auch das ehemalige Wehr in der Grienmatte, nach dem Zusammenfluss von Wyna und Suhre, gemacht worden. Das Wanderhindernis für die Fische machte ebenfalls teilweise einer Rampe Platz. Das Streichwehr wurde jedoch nicht ganz abgebrochen, sondern als Zeitzeuge erhalten.

Neuer Bach bei Familiengärten

Im Zuge der Längsvernetzung und Neugestaltung entstand ebenfalls ein neuer, fischgängiger Bachabschnitt im Bereich der Familiengärten Buchs. Dieser verbindet den Oberwasserkanal mit dem Unterwasserkanal. Um das bestehende Wegnetz über die rund 700 Quadratmeter grosse Gewässerparzelle zu erhalten, wurden vier neue Brücken erstellt. Durch die neue Verbindung konnte der Fabrikkanal im Bereich der Liegenschaft Höchli und der Cartofont AG ausser Betrieb genommen werden.

Ebenfalls ersetzt wurde der Hochwasserüberlauf bei der Siedlung Suhremüli. Ein neuer, fischgängiger Bachabschnitt verbindet den Unterwasserkanal mit der Suhre und ersetzt den Hochwasserüberlauf.

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