Warum im Schulhaus noch Licht brennt

Hauswart Martin Vogel hat endlich Zeit und Ruhe, das Schulhaus gründlich zu putzen. Schulleiter Andreas Lüscher arbeitet die Aktenberge auf seinem Schreibtisch ab und Werklehrerin Ursula Gautschi bastelt an einem Projekt für das neue Jahr.

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Andreas Lüscher.

Andreas Lüscher.

Irena Jurinak

Der Eingang zum Primarschulhaus in der Telli ist abgeschlossen - doch hinter einem Fenster im Erdgeschoss brennt Licht. Wer wohl in den Weihnachtsferien in der Schule noch arbeitet, wenn sich kein Schüler freiwillig hier blicken lässt? Das wollte die Festtagsreporterin der AZ genauer wissen.

In einem Büro sitzt Schulleiter Andreas Lüscher und arbeitet die Papierstapel auf seinem Schreibtisch ab. «Der heutige Tag ist bereits fest verplant.» Unter anderem aktualisiert er die neue Homepage der Schule Aarau, bereitet Sitzungspläne und Termine für das neue Jahr vor und verfasst das Protokoll eines Elterngesprächs von vergangener Woche. «So kann ich unbelastet ins neue Jahr starten.»

Die Ruhe im Schulhaus geniesst Hauswart Martin Vogel. «Ich mache dann im Februar Ferien.» Gerade schrubbt er das Buben-WC im ersten Stock. «Jetzt kann ich gründlich putzen, es sind keine Kinder da, die durch die Gegend springen.» Die Böden nimmt er allerdings erst am 24. Dezember auf. «Dann ist ganz sicher niemand mehr da.»

Denn auch der eine oder andere Lehrer kommt in diesen Tagen noch vorbei. Werklehrerin Ursula Gautschi wollte eigentlich Ferien machen. «Aber ich muss noch eine Werkarbeit ausprobieren, die ich im neuen Jahr mit den Schülern machen möchte.» Vor den Ferien war dafür keine Zeit mehr. Sie zieht sich in den Werkraum zurück, um dort konzentriert zu arbeiten, danach will sie doch noch Ferien machen.

Bereits trudelt die nächste Lehrerin im Schulhaus ein: Helena Di Francesco trifft sich mit einer Praktikantin, die im Januar anfängt. «Wir planen die drei Wochen, ich zeige ihr, wo sie alles Material findet, und spreche mit ihr über meine Schüler.»

Die Klassenlehrerin hat auch Korrekturarbeiten nach Hause mitgenommen. «Bald ist wieder Zeugnistermin. Es ist üblich, dass wir in den Ferien dieses oder jenes fertig machen.» Di Francesco ist wichtig, dass ihre Erholung nicht zu kurz kommt. «Als Lehrer gibt man viel, es ist wichtig, die eigenen Kräfte aufzutanken.»