Az-Regionenbund
Warum erscheint die Region im grossen Format?

Der AZ-Chefredaktor Christian Dorer und der Leiter Aargau/Regionen Werner De Schepper beantworteten Fragen der Leserinnen und Leser

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Werner De Schepper und Christian Dorer

Werner De Schepper und Christian Dorer

Aargauer Zeitung

Adolf Keusch, Boswil: Ich bin mit der Zeitung im Grossen und Ganzen sehr zufrieden - auch mit dem neuen Format: Endlich ist das Freiamt erwachsen geworden.
Christian Dorer: Vielen Dank, das freut mich. Mit dem neuen, grossen Format des Regionalbundes ist die AZ wieder eine Zeitung aus einem Guss. Mir ist aber bewusst, dass vielen Leserinnen und Leser das kleine Format ans Herz gewachsen ist und dass sie eine gewisse Umgewöhnungszeit brauchen.

Klara Mäder, Brugg: Ich bin total enttäuscht, das kleine Format war viel besser. Das konnte man einfach herausnehmen. Ich will die AZ aber deshalb nicht abbestellen. Der Inhalt ist schon recht. Man kann es ja nie allen recht machen.

Peter Kyburz, Niedergösgen: Ich habe heute Berichte aus dem Niederamt vermisst. Wurde hier abgebaut?
Werner De Schepper: Nein, überhaupt nicht. Der Umfang der Berichterstattung aus dem angrenzenden solothurnischen Niederamt bleibt wie bisher.
Kyburz: Kantonsgrenzen interessieren mich nicht. Aber die Berichte aus den Regionen. Deshalb habe ich die AZ. Ich vermisste heute auch die Fricktal-Seite in der AZ Aarau. Überhaupt lese ich gern das Regionale. Ich schätze darum auch die tägliche Zürich-Seite.

Hans Brandmeier, Oberrohrdorf: Warum erscheint die Region im grossen Format? Das kleine hat mir besser gefallen, es war handlicher. Können Sie nicht wieder umstellen?
Dorer: Das haben wir nicht im Sinn. Wir sind überzeugt, mit dem neuen Format eine gute Lösung zu haben: Erstens ist das Regionale so voll in die Zeitung integriert und wird damit aufgewertet, zweitens sind wir wegen der Wirtschaftskrise gezwungen zu sparen. Das machen wir lieber mit tieferen Produktionskosten als mit einem Abbau des Inhalts. Denn der Inhalt bleibt mit dem neuen Format gleich.

René Zürcher, Unterbözberg: Die Zeitung gefällt mir sehr gut. Das neue grosse Format stört mich überhaupt nicht. Die Zeitung ist jetzt viel übersichtlicher als vorher. Was mir heute aber fehlt, ist der aktuelle Bericht von der Gemeindeversammlung in Unterbözberg, an der ich leider nicht teilnehmen konnte. Und wenn es dann erst nächste Woche kommt, ist es mir zu spät.
De Schepper: Wir sind daran, die Lokalberichterstattung noch aktueller ins Blatt zu rücken. Ab Sommer haben wir eine spätere Abschlusszeit für die lokalen Berichte.

Rita Wildi, Niederrohrdorf: Ich bin Pfarreisekretärin in Baden. Mir wurde von der Publicitas versprochen, dass die Gottesdienstzeiten vom Pfingstwochenende drin sein werden. Und jetzt ist gar nichts drin. Das ist natürlich ein schlechter Service. Sonst finde ich die Zeitung in Ordnung, auch wenn ich das kleine Format sehr geschätzt habe.

Heidi Koch, Umiken: Seit ein paar Wochen erscheint in der AZ Baden keine Gottesdienstordnung mehr. Geld, Wirtschaft und Macht bekommen so viel Raum, die AZ hat auch die Verantwortung, Themen zu Religion und Glauben zu bringen.
Dorer: In gewissen Teilen des Kantons erscheinen seit kurzem in der Tat keine Gottesdienstzeiten mehr, weil wir uns mit den Kirchgemeinden zum Teil noch nicht über die Bezahlung dieser Hinweise geeinigt haben, an der sie sich beteiligen müssen. Viele Leserinnen und Leser haben sich nun bei uns gemeldet. Die Chefredaktion setzt sich beim Verlag dafür ein, dass wir möglichst schnell eine Lösung finden. Zu den religiösen Themen: Wir haben neu Generalvikar Roland-B. Trauffer als regelmässigen Gastautor im Blatt und gerade am Pfingstsamstag den Windischer Pfarrer Tobias Häner auf Seite 20 mit seinem Gedanken zu diesem Feiertag.

Conny Weber, Waltenschwil: Ich habe gar keine Freude am neuen Format. Es ist einfach nicht mehr handlich. Meine Kinder haben das kleine Format sehr geschätzt. Immer das Gute wird zuerst geändert.
De Schepper: Werden Sie deshalb die Zeitung abbestellen?
Weber: Schauen wir mal. Es hat ja immerhin noch das Kreuzworträtsel, das Oma sehr schätzt.

Mara Schürch, Döttingen: Ich finde es super, dass die AZ-Chefredaktion sich heute anderthalb Stunden Zeit nimmt, um am Telefon Leserreaktionen entgegenzunehmen. Danke. Das neue Format ist viel übersichtlicher. Ich bin Hausfrau. Das Einzige, was mich stört, ist die Reizüberflutung durch Inserate in grellen Farben.

Hella Bodin, Baden: Ich bin seit 47 Jahren Abonnentin. Was ich bedaure, ist der Abbau der Donnerstagsbeilage «Live» und der ausführlichen Veranstaltungshinweise über die Kulturanlässe in Zürich. Ich vermisse in letzter Zeit etwas die Konzertberichte von Christian Berzins, auch wenn ich mit ihm nicht immer einverstanden bin. Sonst bin ich mit der Zeitung sehr zufrieden.

Hermann Eglin, Suhr: Herr De Schepper, ich lese gern Ihre Kolumnen und Kommentare. Die sind immer sehr weiterführend.
De Schepper: Merci für die Blumen. Und sonst?
Eglin: Auch die Meiereien sind sehr gut. Das Einzige, was ich vermisse, ist der Comic. Etwas, das mir täglich am Morgen in der Zeitung ein Lächeln entlockt.

Lisa Bösiger, Rothrist: Ich bin in Erlinsbach geboren. Deshalb habe ich die AZ-Ausgabe Aarau abonniert. Aber jetzt merke ich, dass es kaum mehr was aus Zofingen drin hat. Das fehlt mir. Ich bin sehr unglücklich.

Marianne Ott, Unterentfelden: Wir bedauern es sehr, dass es fast keine Berichte über Zofingen mehr drin hat. Für uns im Suhrental ist das Städtchen Zofingen mit seinen kulturellen und sportlichen Anlässen ein wichtiges Zentrum. Das neue Format finde ich gut. Und mit Interesse habe ich heute gelesen, dass der Zofinger Ammann sehr gut entlöhnt ist, aber wie gesagt, ich würde auch sonst gern mehr aus Zofingen lesen.
De Schepper: Wir schauen das gern nochmals genau an.

Elisabeth Heuberger, Endingen: Ich besuche oft kulturelle Anlässe und vermisse die Beilage «Live», weil dort alle Kulturveranstaltungen im ganzen Kanton vorgestellt waren, im neuen «Foyer-Live» nur diejenigen von Donnerstag bis Sonntag. Anfang Woche sind aber oft Lesungen, über die nun nicht mehr informiert bin.
Dorer: Das «Live» wurde durch das «Foyer-Live» ersetzt, einen ausgebauten Foyer-Bund am Donnerstag. Weil die meisten Veranstaltungen zwischen Donnerstag und Sonntag stattfinden, haben wir uns auf diese Tage beschränkt. Was es aber weiterhin gibt: die tägliche Agenda im Regionalteil.

Alfred Haller, Seengen: Ich bin schon seit Jahren Abonnent Ihrer Zeitung. Allgemein bin ich sehr zufrieden. Aber das kleine Format ist mir schon ans Herz gewachsen. Ich verstehe nicht, wieso das Lokale jetzt plötzlich wieder so grossspurig daherkommt. Und wenn ich schon am Kritisieren bin: Mir fehlt heute Morgen der Bericht von der Einweihung des Schützendenkmals gestern Abend. Mit der heutigen Technik müsste doch möglich sein, etwas, was am Abend stattfindet, am nächsten Tag in der Zeitung zu haben.
De Schepper: Genau das wollen wir ab 13. Juli verbessern. Wir wollen die lokalen Berichte aktueller im Blatt haben.

Maria Peyer, Nussbaumen: Ich wünschte mir mehr Radioprogramme, vor allem auch DRS 3. Warum bringen Sie zum Beispiel den TV-Sender 3+, den fast niemand schaut, ausführlich, aber nichts zu DRS 3?
Dorer: Leider können wir auf einer einzigen Radio- und TV-Seite nicht alle Sender berücksichtigen und mussten eine Auswahl treffen, damit für alle etwas dabei ist. Aber eine Auswahl ist leider auch immer ein Kompromiss.

Silvia Mötteli, Spreitenbach: Da ich mich für die Region Baden und für das Freiamt interessiere, möchte ich gern beide Regionalbunde abonnieren. Ist das möglich?
Dorer: In gewissen Grenzgemeinden können die Abonnenten zwischen zwei verschiedenen Regionalausgaben wählen oder auch beide abonnieren, und die werden dann frühmorgens zugestellt. In allen übrigen Regionen und auch an Ihrem Wohnort Spreitenbach können Sie ebenfalls einen zweiten Regionalbund abonnieren. Der kann aber erst mit der Post und nicht mit dem Verträger frühmorgens zugestellt werden. Um die Portokosten zu decken, kostet ein zusätzlicher Regionenbund 135 Franken pro Jahr.

Rosemarie Amstutz, Buchs: Schade, haben Sie das kleine Format abgeschafft, es war so praktisch. Aber sonst bin ich zufrieden mit der AZ, deshalb werden mein Mann und ich trotzdem Abonnenten bleiben.
Dorer: Danke für Ihre Treue. Die Umstellung auf das grosse Format ist auch eine Sparmassnahme. Wegen der Wirtschaftskrise haben wir weniger Inserate und damit weniger Einnahmen. Statt bei der Redaktion zu sparen, machen wir lieber dieselbe Zeitung in einem einheitlichen Format - die Produktion ist deutlich günstiger, was uns einen Abbau bei der Redaktion erspart. So können wir weiterhin dasselbe bieten, einfach in einem anderen Format.

Christa Friedli, Würenlingen: Vor fünf Jahren mussten wir uns an den kleinen Regionalteil gewöhnen, was uns nicht einfach fiel. Jetzt haben wir uns daran gewöhnt, und es ändert sich schon wieder . . . Jänu, wird werden uns auch wieder an das gewöhnen müssen.

Robert Roth, Gränichen: Ich bin ein alter Typograf des «Freien Aargauers»: Gratulation zum neuen Regionenbund. Super die Schriften. Aber ich vermisse das Kreuzworträtsel.
De Schepper: Haben Sie die Seite 60 schon gesehen?
Roth: Ach tatsächlich. Sehr gut. Wenn ich noch eine Anmerkung zur heutigen Geschichte der Besoldungen der Gemeindepolitiker machen darf: Ich hätte es gut gefunden, wenn man bei der Besoldungstabelle noch den Beschäftigungsgrad hätte angeben können. Dann könnte man besser vergleichen.

Margrit Schaller, Birmenstorf: Schade, das alte Format war der Hit! Was mich aber noch mehr stört: Die vielen Inserate - die brauch ich doch nicht.
Dorer: Die Inserate tragen etwa zwei Drittel zu unseren Einnahmen bei, die Abonnenten etwa ein Drittel. Ohne Inserate wäre ein Zeitungsabo also etwa dreimal so teuer.
Schaller: Dann würde ich die Zeitung abbestellen.
Dorer: Eben - und viele andere Abonnenten auch. Wegen der Wirtschaftskrise haben wir derzeit leider zu wenig Inserate. Vor allem die Stellen- und die Liegenschaftsinserate sind massiv zurückgegangen.

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