Warten auf die Verstärkungen

Der FC Aarau hat jenen Platz eingenommen, den ihm viele Experten zum Saisonende prophezeien. Der Grund: Seit sechs Wochen wird Verstärkung für die Offensive gesucht – bisher erfolglos.

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Zoran Pavlovic

Zoran Pavlovic

Keystone

François Schmid-Bechtel

Wer den Schaden hat, braucht sich um die Heckenschützen nicht sorgen. Ein 1:0-Sieg gegen GC - fantastisch. Ein bitteres 1:2 gegen Basel - kann passieren. Eine 0:3-Abfuhr von YB - ärgerlich. Und nun das 1:4-Debakel in Bellinzona - eine üble Sache. Der FC Aarau steht am Tabellenende. Da verwundert es nicht, wenn gewisse Dinge an die Öffentlichkeit getragen werden, die vorher in den Mantel der Diskretion gehüllt wurden.

Beispielsweise die Kritik von Sportchef Fritz Hächler im «Blick». Er könne nicht begreifen, weshalb der Trainer in einem solch kapitalen Spiel Artur Ionita, «der noch nie etwas mit der Verteidigung zu tun hatte, als rechten Aussenverteidiger bringt. Und den erfahrenen Rapisarda, der zudem noch torgefährlicher ist, lässt er auf der Bank.» Es bleibt wohl Hächlers Geheimnis, weshalb er mit dem Moldawier Ionita einen Offensivspieler verpflichtet hat, der weniger torgefährlich ist als Verteidiger Rapisarda . . .

Ausserdem spielt es wohl keine Rolle, wer derzeit beim FC Aarau rechter Aussenverteidiger spielt. Erstens, weil weder Schaub, Müller noch Ionita aktuell den Anforderungen entsprechen. Zweitens, weil Rapisarda kein Aussenverteidiger ist. Drittens, und das ist der entscheidende Punkt, liegt das Hauptproblem beim FC Aarau in der fehlenden Qualität der Offensive.

Trainer Jeff Saibene reagierte enttäuscht auf Hächlers öffentliche Kritik. «Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass wir solche Dinge intern besprechen. Denn wir haben uns darauf geeinigt, dass es nicht mehr zu öffentlichen Anschuldigungen kommen soll wie in der letzten Saison.» Diese hatten unter anderem zur Trennung zwischen Trainer Ryszard Komornicki und dem FC Aarau geführt.

Zurück zum Stürmerproblem: Sportchef Fritz Hächler weiss, dass Patrick Bengondo (letzte Saison noch Stürmer Nummer 3) als Einzelmaske nicht reicht. Und er ist sich der Dringlichkeit, neue Stürmer zu verpflichten, schon seit sechs Wochen bewusst. Trotzdem ist es bislang zu keinem Vertragsabschluss gekommen. Zuletzt ist der Transfer des Sion-Stürmers Mfuti gescheitert, weil plötzlich drei Spielervermittler aufgetaucht seien, meint Hächler.

Vielleicht klappts ja bei Zoran Pavlovic. Dessen Berater bietet den 33-Jährigen jedenfalls auf dem Markt an. Nach Pavlovics Galavorstellung vom letzten Mittwoch, als er Maribors 3:2-Sieg in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Zürich orchestriert hatte, sogar mit guten Argumenten. Saibene findet die «Idee Pavlovic» interessant. Hächler indes will keine Namen kommentieren. Eine andere Spur könnte zum FC Sion führen. Dort scheint man keine Verwendung mehr für den 26-jährigen Nigerianer Saidu Adeshina zu haben. Doch bisher hat sich Hächler noch nicht bei Sions Sportchef Frédéric Chassot gemeldet.