Warmwasser vom Turnhallendach?

Die Sonne soll das Duschwasser in den Lenzburger Turn- und Sporthallen aufwärmen. SP-Einwohnerräte fordern den Stadtrat mit einem Postulat auf, entsprechende Abklärungen vorzunehmen.

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Warmwasser vom Turnhallendach?

Warmwasser vom Turnhallendach?

Fritz Thut

Während der letzten Sitzung der Amtsperiode 2006/09 des Lenzburger Einwohnerrats wurde von der SP-Fraktion ein Postulat «betreffend erneuerbare Energie» eingereicht.

Im von Ingo Boltshauser und 10 weiteren Einwohnerräten unterzeichneten Vorstoss wird der Stadtrat aufgefordert, ein Projekt auszuarbeiten, um die «städtischen Schul- und Sportanlagen und insbesondere die Turnhallen mit Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung auszustatten».

«Abklärung bei allen Hallen»

Gegenüber der AZ räumt Boltshauser ein, dass er als «Greenhorn im Rat» die Diskussionen rund um die Energieversorgung bei der neuen Dreifachturnhalle Angelrain nicht im Detail mitbekommen habe. Ihm und seinen Mitunterzeichnern geht es auch nicht darum, jüngst eingestellte Debatten wieder aufflammen zu lassen, sondern eine Übersicht zu bekommen, wo die Warmwasseraufbereitung mit Sonnenkollektoren bei städtischen Liegenschaften möglich ist. Photovoltaik, die Umwandlung von Sonnenlicht mit Kollektoren in elektrische Energie, ist explizit nicht Thema des aktuellen Postulats.

«Für uns ist wichtig, dass seriös bei allen städtischen Hallen abgeklärt wird, ob der Einsatz von Kollektoren möglich und sinnvoll ist», begründet Boltshauser seine Eingabe. Gemäss Postulat ist anzustreben, dass mindestens die Hälfte des Energiebedarfs für die Warmwasseraufbereitung durch Sonnenenergie gedeckt werden kann.

Wird diese Vorgabe erreicht, könne sich die Kohlendioxidbilanz von Lenzburg verbessern, was «gerade im Hinblick auf das angestrebte Label als ‹Energiestadt› und die geplante jährliche Senkung des Energieverbrauchs um 5 Prozent wichtig» sei.

«Längerfristig kostendeckend»

Die SP-Einwohnerräte haben die «grossen, ungenutzten Dachflächen» im Visier, weil sie überzeugt sind, dass sich die Nutzung für Warmwasserkollektoren auch in der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Stadt Lenzburg «auf lange Sicht» rechnen dürfte.

Die entsprechenden Anlagen würden immer effizienter und bei einer angenommenen Laufzeit von 25 Jahren – so wird im Postulat vorgerechnet – komme «eine Kilowattstunde Energie auf 15 bis maximal 20 Rappen zu stehen». Dies sei heute etwa gleich teuer wie Elektrizität oder Gas, verharre jedoch auf diesem Niveau und werde im Gegensatz zu andern Energieträgern nicht stets teurer.

Neben diesem Einsparungspotenzial führen die Postulanten als zusätzliches Argument die «regionalwirtschaftliche Bedeutung» von Projekten ins Feld. «Vom Solaranlagenbau profitiert eine ganze zukunftsgerichtete Wertschöpfungskette», mithin eine ganze Reihe von Betrieben in der Region.