Wanderwege

Wanderwege sind ein Kulturgut

Wegweiser in Bickwil. Die Angaben erlauben eine exakte Orientierung über den Standort und die möglichen Wegverbindungen.

Wanderwege

Wegweiser in Bickwil. Die Angaben erlauben eine exakte Orientierung über den Standort und die möglichen Wegverbindungen.

Am Samstag fand die 76. Generalversammlung der Zürcher Wanderwege (ZAW) in Affoltern am Albis statt. Die ZAW ist zuständig für 2744 Kilometer Wanderwege im Kanton Zürich. Die Schweiz verfügt über ein erstklassiges, zuverlässiges Wanderwegnetz, das so gut unterhalten und signalisiert wird wie nirgends sonst.

Es reicht nicht, dass ein Weg von A nach B führt, man muss auch wissen, dass dem so ist und dass der Weg zuverlässig, ohne ausserordentliche Risiken begangen werden kann. Die Wanderwege in der Schweiz sind daher alle nach einheitlichen Kriterien beschriftet. Die Zeitangaben ermöglichen es, rechtzeitig am Bestimmungsort dann einzutreffen, bevor der Zug, das Schiff oder das Postauto fährt.

ZAW Geschäftsführer Stefan Jucker-Joos erläutert dem ANZEIGER, dass aufgrund der am 1. Februar 2006 in Kraft getretenen Normen für den sogenannten Langsamverkehr bis 2026 alle Wege neu beschriftet werden.

Dabei werden die Zeitangaben entsprechend den nationalen Normen leicht gestrafft, man rechnet neu 4.2 statt 4.0 Kilometer pro Wegstunde auf ebenem Gelände. Für Steigungen und steile Abstiege werden Zuschläge einberechnet. Gleichzeitig wird das Projekt Digitalisierung nach GIS (Geografisches Informationssystem) umgesetzt.

Die ZAW erhält vom Kanton Zürich über das ordentliche Budget für die Signalisation von 300‘000 Franken hinaus einen jährlichen Zuschlag von knapp 50‘000 Franken, bis die Neusignalisation fertig gestellt ist.

Der am Samstag in seinem Amt bestätigte Präsident Heinz Binder schreibt im Jahresbericht zum 75-jährigen Jubiläum im Vorjahr: «Ein solches Jubiläum soll Gelegenheit für einen kurzen Marschhalt sein. Was hat man wie, mit welchen Leuten und in welcher Zeit erreicht? Hier darf sich die grosse ZAW-Familie mit Stolz an die Pionierzeit und an ihre Exponenten zwischen den 1930- und den 1970er-Jahren erinnern. Sie haben den Grundstein für die heutige ausgezeichnete Verfassung der Zürcher Wanderwege gelegt. Mehr über dieses erste Dreivierteljahrhundert der ZAW ist im Jubiläumsbuch nachzulesen, das im Spätfrühling 2009 erscheinen wird.» Die ZAW zählt über 6000 Einzelmitglieder. Hinzu kommen 170 Gemeinden, 29 Verkehrsvereine, 53 Kollektivmitglieder sowie 256 Funktionäre und Wanderleiter.

Besonders attraktiv gemacht wurde die GV vom Samstag durch das Vorprogramm: Vier Abschnitte auf dem Ämtlerwäg standen zur Verfügung, um sich auf einer zweieinhalb- bis dreieinhalbstündigen Wanderung auf die GV einzustimmen. Die Gemeinnützige Gesellschaft Affoltern (GGA) hat den 46 Kilometer langen Ämtlerwäg anlässlich ihres Jubiläums im Jahr 2000 errichtet. Unterwegs orientieren 22 Info-Tafeln über das Säuliamt und seine Geschichte.

Eine kommentierende Schlussbemerkung: Die Pflege und Signalisierung der Wanderwege erscheint uns so selbstverständlich, dass wir sie oft nicht zur Kenntnis nehmen. Was sie wert ist, bemerken wir beispielsweise dann, wenn wir im Ausland nach einem langen Marsch vor einer Felswand feststellen, dass der Weg nun zu Ende ist.

Eine ganz besondere Aufwertung der Wanderwege unserer Region stellt der Ämtlerwäg dar, der nur dank dem enormen Engagement des Teams um Hans Jenni der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Der Autor dieser Zeilen benützt den Anlass, um sich als regelmässiger Benutzer dieser Wege bei allen, die im Stillen an der Qualität dieser Wege arbeiten, zu bedanken. Denn signalisierte, gut unterhaltene Wanderwege sind ein wichtiges Kulturgut.

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