Wanderung auf Hebels Spuren

Zur Feier des 250. Geburtstages von Johann Peter Hebel (1760–1826) sind am Samstag über 100 Baslerinnen und Basler von den Langen Erlen ins Museum Burghof nach Lörrach spaziert.

Drucken
Teilen
Gudrun Heute-Bluhm

Gudrun Heute-Bluhm

Sie hatten sich die Hebel-Plakette ans Revers geheftet und trafen nach einer rund 90-minütigen Wanderung durch die Nachmittagshitze in Lörrach ein. Dort besichtigten sie die Ausstellung «Bewegter Geist, bewegtes Leben» im glücklicherweise klimatisierten Museum.

Die interaktive Sonderausstellung zeigt auf 400 Quadratmetern 100 Originalstücke wie Hebels Lehnstuhl, ein Riechfläschchen seiner Brieffreundin Gustave, Erstausgaben und Illustrationen seiner Werke und Gegenstände, die von Hebels enormer Wirkung auch in der breiten Bevölkerung zeugen.
26 raumhohe Tafeln mit Texten des Hebelkenners Franz Littmann informieren über Leben, Werk und Bedeutung des Dichters und Kirchenmannes Johann Peter Hebel, der am 10. Mai 1760 in Basel zur Welt gekommen war.

In der Ausstellung finden die Besucherinnen und Besucher acht grosse «Mitmach-Stationen», an denen die Themen auf spielerische Art vermittelt werden. So kann man sich beispielsweise verkleiden als Hebel und Vreneli, seine fiktive Markgräfler Frauenfigur. Oder man entdeckt mit einem Puzzle den Lebenslauf des Dichters. Mit Hilfe von Schrifttafeln können die Besucher zudem die ersten drei Strophen eines alemannischen Gedichts zusammensetzen und danach auf Tonband kontrollieren, ob es stimmt.

Selber einen Brief schreiben

Mit alten Schreibgeräten kann der Ausstellungsbesucher nachempfinden, wie Hebel seine vielen Briefe geschrieben hat - 600 davon sind bis heute erhalten und können teilweise ebenfalls besichtigt werden. Und natürlich dürfen Freundinnen und Freunde von Hebel sich im Museum in eine ruhige Ecke setzen und sich ein Buch zu Gemüte führen. Oder einen Film zu Hebels Gedicht «Die Vergänglichkeit» ansehen.

Nach dem Gang durch die Sonderausstellung, die noch bis zum 1. August offen ist, erfrischten sich die Teilnehmer des Hebelspaziergangs beim Apéro und genossen den Festakt mit Gudrun Heute-Bluhm. Die Oberbürgermeisterin von Lörrach bezeichnete es als «Akt der Freundschaft», dass die Baslerinnen und Basler auf den Spuren von Hebel nach Lörrach gewandert sind. «Das ist ein grosses Zeichen von grenzüberschreitender Zusammenarbeit», erklärte sie. Nachdem das offizielle Basel zu wenig unternommen habe, seien die Anstrengungen des Vereins «250 Jahre Johann Peter Hebel» unter dem Präsidium von Marcel Rünzi umso wertvoller.

Zum Schluss sangen alle das Basler Lied, angestimmt von der Basler Bürgerratspräsidentin Sonja Kaiser-Tosin. Dass eigens für diesen Anlass eine Lörracher Strophe gedichtet wurde, passte bestens zum Ziel des Vereins, den grossen alemannischen Dichter zu ehren und die freundnachbarschaftlichen Bande zwischen Basel und dem Markgräflerland zu vertiefen. (zen)

Aktuelle Nachrichten