Wallbach / Wallbach D

Kurzarbeit und Absatzkrise in der deutschen Autoindustrie bringt vor allem Zulieferbetriebe in arge Bedrängnis. Davon betroffen ist nun auch das Aluminiumschmelzwerk Alunova GmbH im badischen Wallbach. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Insolvenzanmeldung.

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Bei der Alunova im Badischen herrscht der Insolvenzverwalter

Bei der Alunova im Badischen herrscht der Insolvenzverwalter

An einer Betriebsversammlung erhielten die Beschäftigten vergangenen Freitag Informationen aus

erster Hand. Dem Vernehmen nach möchte sich der Insolvenzverwalter noch diese Woche vor Ort umschauen und mit den Alunova-Verantwortlichen die nächsten Schritte abklären.

Die auf dem gleichen Areal ansässige Alunova Recycling GmbH ist anscheinend von der Krise nicht betroffen. Diese Firma in Wallbach mit momentan knapp 50 Beschäftigten ist lediglich durch die Gründerfamilie mit der Dortmunder Bruch GmbH verbunden und operiert ansonsten als eigenständige Einheit.

Die Produktion läuft weiter

Wie die «Badische Zeitung» berichtete, sei Geschäftsführer Fiegenschuh optimistsch, die Produktion fortführen zu können. Er habe sogar die Kurzarbeit ausgesetzt, da noch eine Reihe von Aufträgen erledigt werden müsse. Man gehe davon aus, dass es in der Alunova noch für rund drei Monate genügend Arbeit gibt.

Für Wallbachs Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann kam die Nachricht von der Alunova-Insolvenz überraschend. Noch gut erinnert er sich, dass vor Jahrzehnten der Betrieb für massive Umweltbeeinträchtigungen sorgte. Seit der Übernahme durch Bruch seien sie allerdings massiv zurückgegangen. «Die haben kräftig investiert», bestätigt Zimmermann und erwähnt die guten Kontakte über den Rhein hinweg ins badische Wallbach.

«Deutliche verbesserung»

Lärm- und Geruchsbelästigungen seien zwar heute manchmal noch spürbar – speziell bei Ostwind. «In den vergangenen Jahren trat aber eine deutliche Verbesserung ein», hält ein zufriedener Gemeindeschreiber fest. Die Unternehmen auf dem Alunova-Areal, darunter auch die Aluminium-Abfälle aus Haushalten verarbeitende Pyrolyse, hätten in die Modernsierung ihrer Anlagen und damit in den Umweltschutz viel Geld gesteckt.

Als «sehr positiv» wertete Thomas Zimmermann, dass die Gemeinde Wallbach via Kanton Aargau über den Bau «umweltrelevanter Anlagen» auf der badischen Rheinseite informiert werde. (mz/ach/ufl)