Wald
Waldfreunde wollen den Wald vor den Mountainbikern schützen

Schutz vor Bikern: Das neue Komitee «Pro Wald» beharrt auf das Fahrverbot im Wald.

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Birgit Günter

Jetzt blasen die Waldfreunde zum Gegenangriff. Der Wunsch der Mountainbiker, künftig auch auf Wanderwegen fahren zu dürfen (siehe bz vom 15. Dezember), stösst bei ihnen auf Unverständnis. Schnurstracks hat darum der Grellinger SVP-Landrat und Bürgerpräsident Georges Thüring das Komitee «Pro Wald» ins Leben gerufen, kaum hat er den Artikel in der Zeitung gelesen.

Ziel des Komitees ist es, sich «mit allen Mitteln» gegen die von den Mountainbikern eingereichte Petition zu wehren. Diese sieht vor, bei der anstehenden Revision des kantonalen Waldgesetzes das Fahrverbot auf den Waldwegen aufzuheben. «Eine unmögliche Forderung», kommentiert dies Thüring. «Der Wald ist nicht dazu da, dass man kreuz und quer durch ihn hindurchfährt», sagt er.

Mountainbiker erschrecken Wanderer

Seinen Widerstand begründet er in erster Linie mit dem Schutz des Waldes und Wildes - die Mountainbiker würden das Wild aufschrecken und den Wald schädigen. «Die Biker suchen ja den Kick und wollen dann über Stock und Stein fahren», erklärt er. In zweiter Linie denkt Thüring jedoch auch ans Wohl der Wanderer und Spaziergänger im Wald. «Wenn man im Wald unterwegs ist, muss man schon heute ständig nach hinten schauen, ob nicht plötzlich ein Biker auftaucht», sagt er. Das passiere insbesondere auch auf schmalen Wegen.

Das Komitee will sich darum nicht nur gegen die geforderte gemeinsame Nutzung der Wege wehren - sondern sich auch dafür einsetzen, dass die Gemeindepolizisten jene Mountainbiker büssen, die bereits jetzt abseits der befestigten Wege unterwegs sind. Bisher wird dies tolerant gehandhabt, da die Polizei anderes zu tun hat, als sich im Wald auf die Lauer zu legen.

Biker sollen über Felder fahren

Das am Samstag gegründete Komitee weist laut Thüring bereits rund 80 Mitglieder auf. Davon sind viele Mitglied einer Bürgergemeinde, es seien aber auch viele Familienväter dabei sowie Menschen, die sich gern ungestört im Wald aufhalten. Auch bei den Wanderern dürfte das Komitee auf Interesse stossen. Trotz seiner roten Karte an die Adresse der Mountainbiker will Thüring jedoch keinesfalls als Mountainbike-Gegner gelten. «Im Gegenteil, ich mag diesen Sport», beteuert er. Aber der Baselbieter Wald sei der falsche Ort dafür. Besser wäre es seiner Meinung nach, wenn die Biker über ungenutzte Felder und Äcker fahren würden.

Die von der Mountainbike-Interessengemeinschaft «Swiss Cycling» eingereichte Petition liegt derzeit bei der Regierung. Sobald irgendetwas im Sinne der Petition unternommen werde, so werde auch das Komitee reagieren, warnt Thüring. «Der Wald soll ein Erholungsgebiet bleiben - neuer Trend hin oder her.»